Aus dem Englischen von Ulrich Pröfrock. Für viele Amerikaner manifestierte sich der Irakkrieg lediglich in erschreckenden, aber abstrakten Statistiken. Was die Öffentlichkeit erreichte, kam von "embedded journalists", jenen Berichterstattern, die unter Aufsicht des amerikanischen Militärs standen. Zwei junge amerikanische Journalisten sind jedoch festentschlossen, ihre Landsleute über die fatalen Folgen dieses Krieges aufzuklären. Sie reisen 2010 in den Nahen Osten, um vor Ort über die Realität des Irakkriegs und die Situation der Kriegsflüchtlinge zu berichten. Für Konfliktpotenzial sorgt dabei ein Freund aus Kindertagen, der als Soldat im Irak war und nun als Zivilist dorthin zurückkehrt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.12.2016
Thomas von Steinaecker begreift mit Sarah Gliddens nach Art einer Comic-Reportage verfasstem Reisebericht aus dem Nahen und Mittleren Osten, dass es ums Postfaktische allein nicht gehen kann. Wie zurückhaltend und skrupulös die Autorin irakische Schicksale und die Frage nach dem journalistischen Umgang damit in ihrem Buch erörtert, findet der Rezensent bemerkenswert. Die zarten Tuschezeichnungen passen für Steinaecker gut dazu. Die Charaktere und Geschichten, die die Autorin entwirft, findet er spannend und komplex. So ist die Welt, meint der Rezensent.
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