Stephan Kloss war einer der "Reporter in der Hölle Bagdads". Live berichtete er täglich für MDR und ARD aus dem Palestine-Hotel. Die Welt hinter den Schaltgesprächen beschrieb er in seinem Online-Tagebuch für mdr.de.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2003
In einer Sammelbesprechung von verschiedenen Golfkriegs-Berichten deutscher Fernsehjournalisten räumt Alexandra Senfft ein, dass Stephan Kloss seinerzeit für seine ARD-Berichterstattung wegen seiner tatsächlichen oder vermeintlichen "Unprofessionalität" nur Hohn geerntet hat. Sie findet, mit seinem Buch "Mein Bagdad-Tagebuch" macht Kloss eine "weitaus bessere Figur" und sieht das der eindeutigen politischen Stellungnahme des Autors geschuldet. Zudem scheint es Senfft sehr anzusprechen, dass sich der Journalist seiner "Gefühle und Ängste" nicht schämt und seine persönliche Betroffenheit angesichts des Leids vor allem von Kindern deutlich zum Ausdruck bringt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2003
In Fachkreisen nennt man Veröffentlichungen wie dieses Buch über den Irak-Krieg "Schnellschüsse", informiert Jochen Hieber durchaus kritisch in seiner Besprechung. Das Buch von Stephan Kloss "Mein Bagdad-Tagebuch", das aus den täglichen Meldungen des Reporters mittels Satellitentelefon nach Deutschland hervorgegangen ist, ist dann auch sprachlich mit der "heißen Nadel gestrickt", meint der Rezensent, der allerdings den "indiskreten" Tonfall zumindest als "authentisch" empfindet. So richtig überzeugt ihn die um Neutralität bedachte Haltung von Kloss nicht, die sich in Formulierungen wie "Invasoren" für die amerikanischen und britischen Truppen niederschlägt. Aber allzu viel ist von diesen rasch geschriebenen und nur eine kurze Zeit lang gut zu vermarktenden Büchern wohl auch nicht zu erwarten, gibt Hieber zu bedenken.
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