Sanne de Boer

Ndrangheta

Wie die mächtigste Mafia Europas unser Leben bestimmt
Cover: Ndrangheta
Aufbau Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783351039554
Gebunden, 350 Seiten, 25,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Petra Reski. Momentan steht sie im Rampenlicht, obwohl sie lieber im Dunkeln arbeitet: Der bisher größte Prozess gegen die 'Ndrangheta, die mächtigste Mafia Europas, läuft seit Januar 2021 in Italien und zieht Aufmerksamkeit auf sich. Denn: Die 'Ndrangheta ist schon lange kein rein italienisches Problem mehr, sondern betrifft ganz Europa. Und damit unser aller Leben. Von der Lebensmittelproduktion bis zur Müllentsorgung - die "Krake aus Kalabrien" hat ihre Finger im Spiel. Mit unglaublichem Mut und Durchblick gelingt es der Journalistin Sanne de Boer, das System hinter dieser äußerst raffiniert agierenden Mafia zu durchdringen, die besonders von Krisenzeiten wie der jetzigen enorm profitiert und der die europäische Gerichtsbarkeit kaum etwas entgegenzusetzen hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.01.2023

Als die niederländische Journalistin Sanne de Boer nach Kalabrien zog, war sie ahnungslos, wie weit der Arm der italienischen Mafia reicht, leitet David Klaubert seine Rezension ein. Als das Auto einer Nachbarin brennt, packt sie aber schnell der berufliche Ehrgeiz, Licht ins Dunkle zu bringen. Das Buch, das ihre Recherchen zusammenfasst, liefert einen guten Überblick über das Treiben der Ndrangheta, schreibt Klaubert. De Boer hat mit allen möglichen Menschen gesprochen und ihnen viel Platz eingeräumt. Auch wenn die Journalistin letztlich nichts Neues erzählt, macht ist Empathie für das traumatisierende Treiben der weltumspannenden kriminellen Organisation spürbar und sorgt für interessante Lektüre, so der Rezensent. Er glaubt aber auch, es wäre noch mehr Saft in der kalabrischen Orange gewesen, hätte de Boer hinterfragt, was ihr berichtet wurde, um weiter zu recherchieren und ihrem Buch damit noch mehr Tiefe zu geben.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.12.2022

Von Stefan Ulrich erfahren wir, wie Sanne de Boer sich darüber beklagt, dass die wichtigste europäische Verbrecherorganisation, die kalabrische 'Ndrangheta, trotz ihrer Gefährlichkeit noch immer nicht ernstgenommen werde. Gespannt verfolgt der Rezensent, wie die Autorin und Journalistin praktisch aus Versehen in die räumliche Nähe der Mafia rückt, wodurch ihr Interesse an deren Machenschaften geweckt werde. Vielerorts habe die Bevölkerung kaum eine andere Wahl als sich der 'Ndrangheta unterzuordnen, wenn persönliche Ziele oder wichtige Anliegen erreicht werden wollen. Ulrich ist dieser Bericht manchmal etwas zu unstrukturiert, doch das Ziel de Boers, nämlich aufmerksam zu machen auf die drohende Gefahr, sieht er als absolut erreicht an.

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