Roberto Saviano

Meine Liebe stirbt nicht

Roman
Cover: Meine Liebe stirbt nicht
Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN 9783446285798
Gebunden, 400 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Anna und Wolf Heinrich Leube. Rossella Casini, eine zwanzigjährige Frau aus Florenz, verliebt sich Hals über Kopf in Francesco, einen Studenten aus Kalabrien. Was sie nicht weiß: Er stammt aus einer mächtigen Familie der 'Ndrangheta. Als sie in sein Heimatdorf reist, bricht eine gewaltsame Familienfehde aus. Rossella flieht nicht, sie will kraft ihrer Liebe Francesco dort herausziehen. Doch auf einmal verschwindet sie spurlos.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.03.2026

Rezensentin Carolin Gasteiger liest ein mutiges Buch: In dem sich Roberto Saviano ein weiteres Mal mit der italienischen Mafia auseinander setzt, dieses Mal allerdings durch den Fokus einer - auf realen Schicksalen basierenden - Liebesgeschichte. Die Liebenden sind Rossella Casini, eine Literaturstudentin aus Florenz, die sich in Francesco verliebt, einen jungen Mann, der aus einer führenden 'Ndrangheta-Familie stammt - was Rossella, als sie Francesco kennenlernt, noch nicht weiß. Als sie es herausfindet und in ihrem Umfeld diverse Morde passieren, bleibt sie dennoch bei Francesco, wird zur Hausfrau und von den Neapolitanern, bei denen sie lebt, gleichwohl als eine Fremde betrachtet. Einen guten Ausgang hat die Geschichte nicht, 1981 wird Rossella ermordet. Savianos Buch basiert auf ausgiebigen Recherchen, erzählt aber gleichwohl eine gefühlvolle Liebesgeschichte. Gerade die romantischen Passagen findet Gasteiger allerdings doch etwas zu schwülstig. Besser schreibt Saviano, wenn es um die Aufarbeitung der Mechanismen organisierter Kriminalität sowie deren Bekämpfung geht. Gasteiger fragt sich bei all dem, ob Saviano eher Literat oder Aktivist ist. So oder so ist ihm hier, könnte man die Besprechung zusammenfassen, ein berührendes, dringliches Buch über Verbrechen und Liebe gelungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Rezensentin Karen Krüger liest Roberto Savianos Roman über den Ndrangheta-Mord an Rossella Casini mit Spannung und Grauen. Wie die Liebe einer jungen Frau zu einem Mafia-Mitglied zur Gefahr für die kalabrische Mafia wurde, so dass diese 1981 schließlich zum Äußersten griff, erzählt Saviano laut Krüger entlang der Akten und wo nötig mit eigener Fantasie. Besonders stark findet Krüger das Nachempfinden der "Eskalationsdynamik" zwischen den kriminellen Familien, weil hier Savianos tiefe Kenntnis der Funktionsweisen der Mafia wirksam werden, wie sie glaubt. Mitunter geht ihr Savianos Emphase etwas zu weit, doch lässt sie die Geschichte offenbar ziemlich aufgewühlt zurück.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 07.03.2026

Rezensent Rainer Moritz ist kein Fan von Roberto Saviano, zumindest nicht soweit es dessen literarisches Talent betrifft, und auch mit dessen neuem Buch kann er wenig anfangen. Es erzählt eine Liebesgeschichte, Rossella Casini und Francesco Frisini sind die Protagonisten, er ist Teil einer Familie mit Mafia-Verbindungen und will sie deshalb von eben dieser Familie fernhalten. Was natürlich nicht klappt, auf ein Happy End sollte man nicht hoffen. Auch wenn wie stets bei Saviano alles angeblich auf realen Ereignissen basiert, ist das Buch randvoll mit Schwulst und Kitsch, nur gelegentlich gelingen dem Autor kleine, schöne Szenen, in denen wir die Liebe der beiden Hauptfiguren ein bisschen nachfühlen können, räumt Moritz ein. Insgesamt ist das aber schlicht ein schwach erzähltes Buch, so das ungnädige Fazit.

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