Henning Klüver

Der Pate - letzter Akt

Eine Reise ins Land der Cosa Nostra
Cover: Der Pate - letzter Akt
C. Bertelsmann Verlag, München 2007
ISBN 9783570009710
Gebunden, 287 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Ist die sizilianische Mafia seit der Verhaftung des letzten Paten Bernardo Provenzano besiegt? Henning Klüver, langjähriger Italien-Korrespondent, zeigt das Gesicht der Cosa Nostra des 21. Jahrhunderts. Die Mafiosi von heute tragen oft weiße Kragen, und ihre jährlichen Einkünfte werden auf 100 Milliarden Euro geschätzt. Provenzano, der Bauernsohn ohne Schulabschluss, hat mit seiner Pax mafiosa, dem Verzicht auf brutale Anschläge, die öffentliche Aufmerksamkeit von der Mafia abgelenkt, so ihren Einfluss erweitert und ihre Geschäfte legalisiert. Klüver ist auf seinen Reisen durch die Kulturlandschaft Sizilien aber auch überall couragierten Menschen begegnet, die sich gegen die Cosa Nostra zur Wehr setzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007

Hennig Klüvers Buch über die sizilianische Mafia scheint Andreas Rossmann durchaus erhellend, auch wenn er einiges zu kritisieren hat. Dass der Autor Journalist und nicht Historiker ist, macht seines Erachtens Stärken wie Schwächen des Buchs erklärlich. Die Reportagen verdichten sich zu seinem Bedauern nicht zu "tiefenscharfen Diagnosen". Dafür findet er sie, von gelegentlichen redundanten Passagen abgesehen, anschaulich und fesselnd geschrieben. Er hat eine Menge erfahren über die Familienbildung der Mafia, ihre Geschäfte, die Verbindungen zur Politik, die Rolle von Polizei und Justiz, die Bedeutung von Kronzeugen und die Antimafia-Kampagnen. Die Geschichte der Mafia seit dem 19. Jahrhundert bleibt in seinen Augen dagegen eher skizzenhaft. Klüvers Focus auf die Biografie des womöglich letzten Paten, den 2006 verhafteten Bernardo Provenzano, führt seines Erachtens zu einer "verkürzenden Personalisierung". Bei Klüvers Versuch, das Wesen der Mafia zu ergründen, vermisst Rossmann die Einbeziehung der psychosozialen Dynamik und des kulturellen Kodex dieser Organisation. Insgesamt viel Positives wie Negatives also. Zum "letzten Akt", wie es im Titel des Buchs heißt, ist Klüvers Analyse der Mafia nach dem strengen Urteil des Rezensenten indes nicht vorgedrungen.

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