Aus dem Amerikanischen von Dörte Kaiser. Ein eher leichtes Mädchen namens Holly Golightly sorgte 1961 in Amerika für Kopfschütteln und Naserümpfen. Als unverheiratete, selbstbewusste Frau, die selbst entscheidet wie sie lebt und mit wem sie schläft, brachte sie das Rollenverständnis ihrer Zeit gehörigdurcheinander. Bis dahin durften sich amerikanische Frauen ausschließlich um Ehemann, Haushalt und Kinder sorgen. Doch Audrey Hepburn veränderte in "Frühstück bei Tiffany" ein für alle Mal das Verhältnis der Geschlechter, den Film und die Mode. Was alles bis zu ihrem legendären Auftritt geschah, erzählt Sam Wasson in diesem sorgfältig recherchierten und äußerst unterhaltsamen Buch: Er berichtet vom Streit der Produzenten mit Truman Capote, der für die Verfilmung seines Romans Marilyn Monroe in der Titelrolle sah. Von den diplomatischen Winkelzügen, um die Filmzensurbehörde zu umgehen. Und von Hepburns eigenen Bedenken, die fürchtete, mit dem Film ihren Ruf zu ruinieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2012
Einzige Trübung in Eva Schäfers hingerissener Kritik der Audrey-Hepburn-Biografie von Sam Wasson bleibt der deutsche Titel, den die ansonsten restlos begeisterte Rezensentin irreführend findet. Davon abgesehen preist sie die gelungene Mischung aus kluger Analyse und Imagination, denn ein "gutes Sachbuch" hat genau das zu leisten, wie sie in Einigkeit mit dem Autor betont. Mit seiner Biografie schlägt der Autor einen weiten Bogen und vermittelt neben Hepburns Lebensgeschichte auch eine Vorstellung vom Frauenbild der 50er Jahre oder der Filmindustrie Hollywoods, so Schäfers anerkennend. Ihr ist außerdem die sehr schöne Ausstattung des Buches aufgefallen, was den in ihren Augen ohnehin schon glänzenden Eindruck nur noch steigert.
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