Alle Erzählungen mit vielen Erstveröffentlichungen und in neuer Übersetzung von Ursula-Maria Mössner. Mit seinen Kurzgeschichten rührt Capote noch das unsentimentalste Herz. Er erzählt von verschiedensten Wegen, lieben zu lernen; beschreibt Verirrte und Verlassene, die zwischen Trotz und Traum straucheln; schafft es, Sonderlinge derart zu zeichnen, dass es unmöglich wird, nicht mit ihnen mitzufühlen. Capote war gerade mal neunzehn, als er für die Short Story "Miriam" den renommierten "O. Henry-Award" erhielt. Der Band enthält sechs unbekannte Erzählungen, die bisher nicht auf Deutsch erschienen sind: "Die Wände sind kalt", "Ein eigener Nerz", "Der Stand der Dinge", "Preachers überirdische Begegnung", "Das Schnäppchen und Mojave".
Animiert ist wohl das richtige Wort, um die Reaktion des Rezensenten Georg Diez auf Truman Capote und seine Erzählungen zu beschreiben. Wenn Diez am Ende der Lektüre von "Der kopflose Falke" vom Stuhl springt und den Wein sucht, nur um festzustellen, dass der angewärmt und unberührt auf dem Tisch steht, dann führt sogar diese auf den ersten Blick nebensächliche Episode zu einem Exkurs über das Leben in den Geschichten Capotes sowie das Leben im Allgemeinen. Im Vergleich zu den Romanen "roher und gleichzeitig preziöser" kommen Diez die Erzählungen vor, er findet, sie atmen auch mehr vom wahren Capote als es seine längeren Werke tun. Hier offenbare Capote Intimes, präsentiere Ängste, Sehnsüchte bis hin zu "Wunden". Nacherzählen kann Diez aber keine der Geschichten, denn ihr "Leben ist in den Worten".
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