Aus dem Englischen von Heidi Zerning. Das Buch sollte sein Opus magnum werden, doch Capote konnte und wollte es nicht abschließen. Gleichwohl ist es sein vielleicht konsequentestes Werk, eine schonungslose Untersuchung der internationalen Jetset-Szene. Mit dem kühlen Blick des Chronisten beschreibt er die Reichen und Mächtigen, die Verrückten und Verruchten, all jene, die ihn jahrelang als ihr Schoßhündchen betrachtet hatten. Als erste Kapitel des Romans in "Esquire" abgedruckt wurden, erkannten sie, dass dieses Schoßhündchen auch zubeißen konnte. Plötzlich waren ihre intimsten Geheimnisse, von Seitensprüngen bis zum vertuschten Mord, schwarz auf weiß nachzulesen. "Es ist sehr schwierig, Gentleman und Schriftsteller zu sein", bemerkte einst Somerset Maugham. Truman Capote entschied sich schließlich für Letzteres.
Als "Apotheose des Klatsches" und Meisterwerk in glänzender Übersetzung feiert Rezensent Klaus Harpprecht Truman Capotes fragmentarischen Schlüsselroman aus der New Yorker Highsociety, der nun die Edition seines Gesamtwerks abschließe und den Informationen des Rezensenten zufolge von seinem Autor ursprünglich als amerikanisches Pendant zu Prousts "Recherche" angelegt gewesen sei. Der Rezensent ist allerdings höchst dankbar, dass Capote diesen Ansprüchen nicht genügte, so sehr begeistert ihn dieses "brillant formulierte" jedoch "schamlos bis zur Obszönität" ausgefallene Konglomerat aus Bosheit, Witz und messerscharfem, hochauthentischem Gesellschaftsreport, für das sich Harpprecht auch den Titel "Die Karriere eines intellektuellen Strichers" hätte vorstellen können.
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