Said

Friedrich Hölderlin empfängt niemanden mehr

Ein Hörspiel. 1 CD
Cover: Friedrich Hölderlin empfängt niemanden mehr
C. H. Beck Verlag, München 2002
ISBN 9783406496486
CD, 17,90 EUR

Klappentext

Sprecher: Cornelius Obonya, Ulrike Grote und Said; Musik von Peter Zwetkoff. Friedrich Hölderlin ist 37 Jahre alt, als er den Turm im Hause der Familie Zimmer in Tübingen bezieht. Dreißig Jahre wird er dort verbringen, zurückgezogen von einer Welt und Wirklichkeit, in der kein Platz mehr für ihn ist. Noch zu seinen Lebzeiten wird der "Elfenbeinturm" des geistig entrückten Dichters zur Wallfahrtsstätte für andere Literaten. Was wäre, wenn Hölderlin, der seine Gäste "Majestät" oder "Eminenz" nennt, heute noch Besuch empfinge? Ein Gedankenspiel, das SAID zu einem geistreichen Hörspiel animiert hat: Er schickt einen "Fremden" zu Hölderlin, einen, der nicht in blinde Bewunderung gegenüber dem Genius verfällt, sondern ihn zum Dialog auffordert. Das Gespräch kreist um das Vaterland und um die Rolle des Dichters. Darf er Zuflucht in seinen Worten suchen oder zwingt ihn die politische Gesinnung auch zum Handeln?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2002

Rezensentin Angela Schader kann verstehen, dass der Iraner Said sein Verhältnis zur deutschen Sprache mit Hölderlin austragen will, "dem Dichter, der seine Liebe zur Heimat nach höchsten Idealen bemessen wollte und eben deshalb im deutschen Boden nicht Wurzel fassen konnte". Doch mit dem Hörspiel von Said kann sich Schader nicht anfreunden. Das Lyrische sei fast nur in der "wortlosen, fernen Singstimme Diotimas" präsent, "Wärme" schaffe allein die Präsenz von Lotte Zimmer, "die in mehrheitlich authentischen Worten aus Leben und Alltag des zerrütteten Dichters" spricht. Nach dem Anhören dieser Passage möchte Schader glauben, "dass zumindest etwas von Hölderlins Idealen auch von dieser Welt war". An Autor Said, der selber spricht, lässt die Rezensentin dagegen kein gutes Haar. Von Hölderlins Dichtung mache er nur wenig Gebrauch und wenn, dann nur selten im Wortlaut. Hölderlins Dichtung, "ihr langer Atem und getragener Ton" entspreche auch nicht der "zerrütteten Geisteslandschaft", die Saids Text- und Toncollage entwirft", schreibt die Rezensentin.
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