Von der Macht einer Sprache, deren Reiz uns noch immer dazu verführt, sie in unser Leben zu übertragen - Hölderlin zum 250. Geburtstag. In sieben Essays untersucht der renommierteste italienische Hölderlin-Experte und -Übersetzer das vielschichtige Werk eines Dichters, der uns mit seinen sprachlichen Gebilden noch immer fasziniert und der in unser Leben übersetzt zu werden verlangt. Reitani widerlegt das Vorurteil, wonach Hölderlin außerhalb der deutschen Sprachgemeinschaft kaum zu verstehen sei, im Gegenteil: Hölderlins sprachliche Komplexität, seine lyrische Kunst fordert geradezu zur unerschrockenen Auseinandersetzung der Philologen und Übersetzer heraus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2020
Begeistert und dabei selbst ein wenig lyrisch werdend schreibt Tobias Döring über diese neue Sammlung teils an anderen Orten bereits erschienener Essays zu Hölderlin und zum Übersetzen von Hölderlin. Ganz hingerissen ist der Kritiker von den Reflexionen des italienischen Hölderlin-Übersetzers zum Patmos-Gedicht; er verweist auf die englische Übersetzung einer bestimmten Passage und freut sich über die Eröffnung neuer Bedeutungshorizonte durch Variantenreichtum. Und der Rezensent vertraut uns den Gedanken an - ist es Reitanis oder seiner? -, dass Übersetzen immer mit Reisen zu tun habe, denn es werde ein Sinn entführt und nach langer Reise in einer anderen Sprache wirksam gemacht. Jedenfalls attestiert der Kritiker dem Autor eine "leichte Hand", mit der er seine ausgewiesene, insbesondere Hölderlin geltende "Gelehrsamkeit" trage.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2020
Rezensent Thomas Steinfeld lässt sich von Luigi Reitani als kundigem Mentor Hölderlin erklären. Der Philologe spricht in seinem Buch über seine Arbeit, vor allem als fleißiger Hölderlin-Übersetzer, erklärt Steinfeld. Wenn der Autor das Motiv der Flucht für Hölderlins Werk als bedeutend veranschlagt, für den Hyperion ebenso wie für einzelne Gedichte, und damit Hölderlins Modernität zu belegen sucht, scheint Steinfeld das interessant. Was Verstehen (nicht nur in philologischer Hinsicht) eigentlich heißt, erläutert Reitani dem Rezensenten in den Begründungen für seine Entscheidungen als Übersetzer.
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