Lamya Kaddor

Muslimisch, weiblich, deutsch

Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam
Cover: Muslimisch, weiblich, deutsch
C. H. Beck Verlag, München 2010
ISBN 9783406591600
Gebunden, 206 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Der Islam ist Teil der deutschen Gesellschaft. Nur wollen das viele nicht wahr haben - unsere selbsternannten Islamkritiker nicht und am wenigsten viele Muslime selbst. Die schweigende Mehrheit lässt es zu, dass bärtige Fundamentalisten sie in der Öffentlichkeit repräsentieren und dass Terror, Zwangsheirat und Ehrenmorde das Bild vom Islam bestimmen. Lamya Kaddor gibt den liberalen, aufgeklärten Muslimen in Deutschland endlich eine Stimme, vor allem den Frauen, die selbstbestimmt - mit oder ohne Schleier - leben wollen, ohne ihre Religion preiszugeben. Sie erzählt, wie sie in Deutschland als Tochter frommer arabischer Einwanderer groß geworden ist und mit welchen Herausforderungen sie als "Ausländerin" in der Schule und als junge gläubige Frau im Berufsleben fertig werden musste.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.04.2010

Rezensentin Canan Topçu verrät nicht explizit, ob sie die religiösen Analysen der Autorin Lamya Kaddor überzeugen. Allerdings erhebt sie keine Einwände, und wenn sich Kaddor selbst gleich doppelt als Autorität empfiehlt, nämlich als Islamwissenschaftlerin und Gläubige, scheint das für Topcu seine Richtigkeit zu haben. Was der Rezensentin vor allem zu imponieren scheint, ist, dass Kaddor für sich selbst durchaus in Anspruch nimmt, aufgeklärt und muslimisch zugleich zu sein. Im Ürbigen belässt sie es dabei, einige Thesen von Kaddor anzureißen, etwa dass sie Islaminterpretationen kritisiere, "die mit der Unterdrückung der Frau einhergehen". Sehr zupass scheint Topcu zu kommen, dass Kaddor nicht den Verbänden und Islamkritikern die Definitionsmacht darüber lassen will, was diese Religion ausmacht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2010

Wichtiges Buch, findet Rezensentin Karen Krüger. Wichtig vor allem, weil die Autorin, die muslimische Religionspädagogin Lamya Kaddor, darin ein aufgeklärtes muslimisches Milieu in Deutschland vorstellt, das nach Maßgabe der Rezensentin viel zu wenig Beachtung findet, das aber auch zu wenig Engagement zeigt in der Islamdebatte. Kaddors Grundthese, derzufolge der Islam nur durch eine zeitgemäße Auslegung des Korans eine Gegenwartsbedeutung beanspruchen kann, leuchtet Krüger ein. Ebenso Kaddors historisch-kritische, auf die Verlässlichkeit von Recht und Gesetz und auf die Selbstverantwortung der Frau abhebende Lesart in Sachen Kopftuch.
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