Sabine Klamroth

Erst wenn der Mond bei Seckbachs steht

Juden im alten Halberstadt
Cover: Erst wenn der Mond bei Seckbachs steht
Projekte Verlag, Halle 2006
ISBN 9783866342064
Gebunden, 368 Seiten, 24,50 EUR

Klappentext

Wie auch in anderen Städten Deutschlands lebte in Halberstadt eine jüdisch-orthodoxe Gemeinde über Jahrhunderte mit der Mehrheit ihrer meist christlich geprägten Mitbürger zusammen. Orthodoxe Juden sind gesetzestreu, sie befolgen fast wörtlich die Gebote des Allmächtigen, die dieser ihnen über den Propheten Mose am Sinai verkündet hat. Sie essen kein Schweinefleisch und Geflügel und Rind nur, wenn die Tiere geschächtet worden sind. Am Schabbat, der Freitag abend beginnt und am Sonnabend abend endet, schreiben sie nicht, fassen kein Geld an, fahren weder mit dem Auto noch mit der Bahn, entzünden kein Streichholz und verzichten auf Elektrizität, um nur einige Beispiele zu nennen. Und doch nahmen sie hier und anderswo lebhaften Anteil an ihren Heimatkommunen und trugen als Handwerker, Ärzte, große und kleine Kaufleute Wesentliches zu deren Entwicklung bei, bis sie von den Nazis beraubt, deportiert und ermordet wurden, wenn sie nicht rechtzeitig fliehen konnten. Am Beispiel Halberstadts behandelt die Autorin Einzelheiten dieses Zusammenlebens.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 08.03.2007

Mit Nachdruck legt Rezensent Christoph Dieckmann dieses Buch der älteren Schwester von Wibke Bruns ans Herz, das, wie er schreibtr "pars pro toto" am Beispiel Halberstadts erzähle, wie die "deutsch-jüdische Symbiose" in Nazi-Deutschland untergegangen sei. Einst sei Halberstadt, so Dieckmann, ein Zentrum des deutschen Judentums gewesen und Sabine Klamroth rufe diese versunkene Geschichte noch einmal auf, zeichne "feinstrichige" Porträts, befrage "letzte Zeitzeugen", sichte Nachlässe und beschreibe jüdische Bräuche und Feste. Bei allem beeindruckt die Autorin den Rezensenten besonders mit der "nachholenden Empathie", die ihren Schilderungen für ihn einen besonderen Nachdruck verleihen.
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