Russell H. Greenan

In Boston?

Roman
Cover: In Boston?
SchirmerGraf Verlag, München 2007
ISBN 9783865550453
Gebunden, 379 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Pociao. Alfred Omega, hochbegabter, mittelloser Maler und Bildhauer, gerät in die Fänge eines skrupellosen, raffinierten Kunsthändlers, der die Kunstszene in New York und London fest im Griff hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.04.2008

Freudig überrascht und hingerissen ist Kai Wiegandt von diesem Roman, der 1969 erschien und Russell H. Greenan zum Kultautor machte, bevor er gründlich vergessen wurde. Umso begeisterter ist der Rezensent, dass "In Boston?", die in den 1960er Jahren spielende Geschichte eines Kunstmalers, der sich in Stil und Sujets der Renaissance verschrieben hat und im Lauf des Romans in Kunstskandale, Intrigen und Mord verwickelt wird, nun in einer neuen Übersetzung vorliegt. Greenans Buch sei phantastischer Roman, Krimi und Faust-Parodie in einem, schwärmt Wiegandt, wobei der amerikanische Autor seinen Figuren zugleich ein psychologisches und allegorisches Gepräge gibt und damit der Geschichte eine faszinierende "Doppelbödigkeit". Und so hofft Wiegandt, dass dieser gleichermaßen komische wie beklemmende Roman nun von einer breiten Leserschaft wieder entdeckt wird.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2007

Es scheint sich um ein recht wirres und dabei skurriles und einnehmendes Werk zu handeln, ein echtes Produkt der frühen siebziger Jahre, das nach dem Bericht des Rezensenten Reinhard Helling seinerzeit bei DVA schon einmal erschien, jetzt aber neu übersetzt wurde. Helling ordnet den Roman in seiner persönlichen, leider nicht näher erläuterten Rangliste der Kunstfälscher-Romane auf einem ehrenvollen Mittelplatz ein, bei den Boston-Romanen aber sogar ganz vorn. Die Geschichte scheint spannend, wenn auch offensichtlich kompliziert nachzuerzählen (der Rezensent scheitert jedenfalls daran). Ein literarisches Vorbild findet man bei William Gaddis, und es geht um Kunst und Geld, soviel versteht man. Aktuelle Themen also. Sehr lobende Worte findet Helling für Paciaos neue Übersetzung.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.12.2007

Als "negativen Bildungsroman" beschreibt Rezensentin Anja Korsmeier diesen 1969 zuerst erschienenen Künstlerroman, den sie besonders für seinen unbestechlichen Humor, seine Detailfülle, verschrobenen Charaktere und witzigen Gespräche liebt. Auch kennt sie bis heute kein Buch, dass "Hammer-Themen" wie Kunst, Authentizität und Verrücktheit derart unangestrengt verhandeln würde. Weshalb sie erst recht nicht versteht, dass Russel H. Greenans Erstling so in Vergessenheit geriet. Es geht, wie ihrer Kritik zu entnehmen ist, um das Kräftemessen eines jungen Künstlers mit Gott, um das Werden einer veritablen Künstlerexistenz. Hier spielt auch der Roman eines Alchimisten im aus dem 17. Jahrhundert eine Rolle, werden Tagträume geträumt und die Nachtseiten der Existenz kräftig ausgelotet. Besonders der Ich-Erzähler hat es der Rezensentin angetan, den sie "hoch-intelligent" und gleichzeitig naiv findet und der als "liebenswürdigster Psychopath der Literaturgeschichte" bei ihr punkten kann. Aber auch die anderen Charaktere, darunter der clevere achtjährige Randolph erobern ihr Rezensentinnenherz im Sturm. Auch Übersetzer Pociao bekommt einen Lorbeerkranz.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2007

Als große Wiederentdeckung feiert Rezensent Heinrich Wefing in der FAZ am Sonntag diesen Roman von Russell H. Greenan aus dem Jahr 1969, der nun in einer neuen deutschen Übersetzung vorliegt. Seine Begeisterung über diesen Roman - ein "Buch zum Lachen, Weinen und Staunen" - kennt keine Grenzen. Unverständlich ist für ihn, warum dieses Buch für lange Jahre nur wenigen Eingeweihten bekannt war. Die Geschichte will er nicht verraten, berichtet nur so viel, dass der geniale, dem Wahn anheim fallende Maler Alfred Omega im Mittelpunkt steht, und dass der Roman von Kunst, Freundschaft und der Liebe zu Boston handelt. Aber Wefing lässt keinen Zweifel daran, dass er ein mitreißendes, emotionales, intelligentes, ebenso trauriges wie komisches und subtil konstruiertes Werk vor sich hat, einen spannenden Kunstkrimi, in dem Zeiten und Ebenen durcheinander gewirbelt werden, voll von wunderbaren Charakteren. Für ihn ist dieses Buch "wie ein Fest".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Stichwörter