Rudolf Schlögl

Alter Glaube und moderne Welt

Europäisches Christentum im Umbruch 1750-1850
Cover: Alter Glaube und moderne Welt
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013
ISBN 9783100735881
Gebunden, 540 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Europas Christentum im Kampf gegen die Zumutungen der Moderne: Der Auftritt der bürgerlichen Gesellschaft auf Europas Bühne brachte große Unruhe, das Christentum wollte Heilmittel gegen die Zumutungen der Moderne sein. Doch das umgehende Gespenst der Säkularisierung war aber nicht mehr zu bannen. Religion allgemein, das Christentum speziell wurde nun als vergänglich angesehen; sie musste sich neu bestimmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.10.2013

Andreas Holzem schickt seiner lobenden Besprechung von Rudolf Schlögls dickem Buch über die Formung der europäischen Gesellschaftsordnung um 1789 unter besonderer Berücksichtigung der Rolle des Christentums eine Warnung voraus: Das Buch versteht er nicht, wie der Titel vermuten lasse, als christentumsgeschichtliche, sondern als politik- und gesellschaftshistorische Darstellung mit Blick auf den sozialen und politischen Raum. Ferner gibt Holzem zu bedenken, dass der Autor mit Luhmanns Systemtheorie arbeitet. Dies vorausgesetzt, erwarten den Leser laut Rezensent allerdings brillant klare Beobachtungen, Einsichten und Formulierungen und ein wenngleich mitunter etwas selektives kluges Arrangement des Forschungsstandes. Und als Debattenbeitrag in Sachen Säkularisierung, meint Holzem, taugt der Band auch noch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.04.2013

Der Historiker Rudolf Schlögl hat sich mit seinem Buch "Alter Glaube und moderne Welt" einiges vorgenommen, berichtet Friedrich Wilhelm Graf. Es geht dem Autor darum, den strukturellen Wandel des europäischen Christentums in seiner gesellschaftlichen Verstrickung zwischen 1750 und 1850 nachzuzeichnen, im Entstehungsprozess der modernen bürgerlichen Gesellschaft also, erklärt der Rezensent. Die Entwicklung zieht sich vom Ancien Régime, wo die christliche Konfessionskirche hauptsächlich in die "Reproduktion der Privilegien- und Adelsgesellschaft" eingebunden war, über die gesellschaftliche Säkularisierung im Zuge der Französischen Revolution, bis hin zur Erneuerung der christlichen Moral durch neu aufkommende innerreligiöse Bewegungen. Die ersten Kapitel findet Graf noch sehr gelungen, wo sich Schlögl aber der Geschichte des Denkens über Religion zuwendet, stößt der Rezensent auf echte Kenntnislücken des Autors. Auch wundert es ihn, dass Schlögl die orthodoxen Christentümer vollkommen außen vor lässt, so ist eine wirklich europäische Religionsgeschichte ohnehin undenkbar, bedauert Graf.
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