Nach fast 70 Jahren transatlantischer Partnerschaft wirkt die Schutzmacht USA für viele Europäer plötzlich fremd. In der Tat stellt die Wahl des 45. amerikanischen Präsidenten, der so denkbar wenig Ähnlichkeit mit einem George Washington, einem Abraham Lincoln oder einem Barack Obama hat, eine Zeitenwende dar. Deutsche und Europäer teilen mit den Amerikanern wesentliche Werte und unsere Kultur wird in ganz beträchtlichem Maße von amerikanischen Institutionen, von Hollywood bis Facebook, mitgeprägt.
Doch Vieles an Amerika und den Amerikanern erscheint uns merkwürdig oder gar erschreckend: die Allgegenwart von Schusswaffen, die tiefe Religiosität, der manchmal exzessive Patriotismus ("America can't do wrong!"), die Kluft zwischen den Rassen, zwischen Metropolen und einer pittoresken, oft aber auch öden Provinz, zwischen intellektuellen Eliten und Redneck-Proleten im Pickup-Truck.
Ronald D. Gerste führt den Leser durch Geschichte und Gegenwart, durch Kultur und Politik, durch Glanz und Schatten eines fernen Freundes.
Rezensent Franz Schuh hat Ronald D. Gerstes neues Buch "Amerika verstehen" mit Gewinn gelesen. Amerikanische Innovationsfreude und Erfindergeist - vor allem im Bereich der Medizin - kann ihm der Autor anhand von historischen Beispielen ebenso vermitteln, wie er aufzeigt, dass der Kapitalismus das Humanitäre in den USA heute verdrängt hat. Der Kritiker liest nicht nur, wie die Narkose im Jahre 1846 erfunden wurde, sondern erfährt auch, wie das amerikanische Gesundheitssystem die Bürger zum Teil ruiniert. Wie der Autor die Mechanismen der Politik und die Beweggründe der Wähler erläutert, findet der Rezensent einleuchtend.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…