Aus dem Kroatischen von Brigitte Döbert. Ein Mann im Zoo schreibt einen langen Brief an seine Jugendliebe, den er niemals abschicken wird, ein anderer besucht den Ehemann seiner Geliebten im Irrenhaus, eine junge Frau hofft, dass der Vater ihres ungeborenen Kindes sich nicht aus dem Staub gemacht hat, eine Mutter blickt auf einen folgenschweren Familienurlaub vor fast zwanzig Jahren zurück … Roman Simić geht es in seinen Erzählungen um die Sache des Herzens: um Männer und Frauen, Eltern und ihre Kinder, Verliebtheiten und Zerwürfnisse, glückliche Erinnerungen und alte Dämonen. Roman Simićs Erzählband "Von all den unglaublichen Dingen" wurde von der kroatischen Tageszeitung "Jutarnji list" als das beste kroatische Prosawerk des Jahres 2012 ausgezeichnet.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2014
Die Geschichten von Roman Simić sind für Samuel Moser von einer ganz eigenen Art. Kunstvoll findet Moser das dauernde Weglassen und Verschieben von zentralen Handlungsmomenten; es bringt den Leser auf neue Gedanken, findet Moser, lässt ihn auf Fragen statt auf Antworten horchen und nicht nach logischen Schlüssen, sonder eher nach Ahnungen fahnden. Dass der Krieg in den Texten des Kroaten Simić etwa stets im Hintergrund all der Beziehungsgeschichten zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern und Freunden bleibt und dennoch präsent ist, gehört für Moser zu der erwähnten Verschiebung der Verhältnisse dazu. Dramatische Kräfte sieht Moser hier in der Dialektik von Vergessen und Erinnern, Sprechen und Schweigen. Und das Ausgesparte, meint er, ist immer wichtig.
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