Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Der Außenseiter Boris gerät unter Verdacht, einen Angriff auf die amerikanische Botschaft in Zagreb vorbereitet zu haben. Mladen Folo, unfreiwilliger Chef der dubiosen Abteilung für Kulturterrorismus, der Sensationsjournalist Miro Dragoner und der Polizeispitzel Märzhase verstricken ihn in ein Netz aus Politik, Polizei und Medien. Schließlich landet Boris als angebliches Al-Qaida-Mitglied auf den Titelseiten der Boulevardpresse. Später wird der Märzhase tot in einer Kneipentoilette aufgefunden, doch die Polizei zeigt kein Interesse an dem Fall. Folo lernt jedoch die ukrainische Tänzerin Zana aus der Blue Bar kennen, ein Opfer des florierenden Menschenhandels, die einen Brief an Folo hat, den ihr der Märzhase hinterlassen hat. Das weckt Folos Neugier, und seine Recherchen führen ihn in das kriminelle Zagreber Milieu. Zana flieht aus der Blue Bar und ein stadtbekannter Schläger beginnt im Auftrag des Barbesitzers nach ihr zu suchen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2009
Nicht alles todernst nehmen in diesem Roman, rät Judith Leister uns. Dabei spielt der Tod durchaus eine Rolle, wenn der kroatische Erfolgsautor Edo Popovic für seine Satire auf die Zagreber Gesellschaft mit dem Krimigenre "liebäugelt" und seinen Text mit Mafiosi, Kleinkriminellen, korrupten Politikern und Journalisten bevölkert. Dass es der Autor an Witz und einer gewissen Lässigkeit im Ton nicht mangeln lässt, daran lässt Leister allerdings auch keinen Zweifel. Und wo die Sympathien des Autors liegen, weiß Leister nach der Lektüre auch ganz genau: Nicht bei den Absahnern des Krieges. Bei den Gefallenen, die bei Popovic eine zweite Chance bekommen.
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