Roman Simic

In was wir uns verlieben

Erzählungen. Mit CD
Cover: In was wir uns verlieben
Voland und Quist Verlag, Dresden 2007
ISBN 9783938424216
Gebunden, 221 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Aus dem Kroatischen von Alida Bremer. Ein Sohn besorgt auf Wunsch seiner Mutter Blumen für die Beerdigung der Geliebten seines Vaters, zwei Liebende sind gefangen in einem Leben ohne Wahlmöglichkeiten, schmerzhafte Kindheitserinnerungen werden geweckt, als ein junger Mann mit seinem Vater im Garten des zerstörten Hauses arbeitet - Vor dem Hintergrund der politischen Ereignisse im zerfallenden Ex-Jugoslawien handeln Simics Geschichten von Hoffnung und Enttäuschung, Treue und Verrat sowie der Unmöglichkeit, den anderen Menschen vollständig zu verstehen. Die CD zum Buch wurde eingelesen von Sasa Stanisic.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2008

Hier stellt sich ein Autor auf "Weltklasse"-Niveau vor, versichert der Rezensent Franz Haas. Der Schutzheilige dieses Erzählungsbands ist kein Geringerer als Raymond Carver, findet Haas, der allerdings sicherheitshalber auch noch Danilo Kis und Bruno Schulz als Vorbilder ins Spiel bringt. Was Roman Simics Texte vor allem auszeichnet, sei ihre täuschende Leichtigkeit. Um die Liebe geht es und am Rande durchaus auch um den Krieg - der kommt aber vor allem in Details und Nebensätzen vor, als unvermittelt und ohne weitere Ausführung erwähnter ausgebrannter Häuserblock zum Beispiel. "Beklemmend groß" ist, so Haas, die Erzählung "Die Zeit der Wunder", die eine schwangere Frau, einen Mann, der noch nicht Vater werden will und einen todkranken Großvater, der Buchenwald überlebt hat, zusammenbringt. Selbst in dieser Konstellation siege aber der "Witz". Der Rezensent resümiert: "Europäische Literatur im besten Sinn."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2008

Bei der Lektüre dieser lakonischen Erzählungen des kroatischen Autors Roman Simic fühlt sich Rezensentin Judith Leister an Raymond Carver erinnert. Nur dass hier der Krieg und seine Auswirkungen immer spürbar sind, ohne dass sie je direkt zum Thema würden, so Leister. Sie skizziert einige Handlungsstränge um Paare, die es schaffen oder vielleicht auch nicht - es geht um Sex, Abtreibung, Geschichte in Gestalt eines ehemaligen KZ-Häftlings, Gewalt. Insgesamt scheint Leister durchaus angetan, ein dezidiertes Urteil fällt sie jedoch nicht.
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