Der evangelische Theologe Johannes Lepsius (1858 - 1926) gründete im späten19. Jahrhundert das Armenische Hilfswerk, später Flüchtlingsheime und Waisenhäuser. Sein "Bericht über die Lage des armenischen Volkes in der Türkei" (1915/16) wurde 1916 von der deutschen Zensur verboten. Dennoch konnte er mit seiner Sammlung wichtiger diplomatischer Aktenstücke "Deutschland und Armenien 1914 - 1918" (1918) eine breite Aufmerksamkeit für den Völkermord erzielen.Internationale Expertinnen und Experten untersuchen das Leben des "Schutzengels der Armenier" (Franz Werfel).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.04.2014
Das Vermächtnis des Johannes Lepsius wachzuhalten, gelingt den elf Autoren dieses auf eine Konferenz im Potsdamer Lepsiushaus zurückgehenden Bandes laut Martin Kröger, indem sie der Frage nachgehen, wer dieser Schutzengel der Armenier aus dem deutschen Kaiserreich war und was ihn umtrieb. Zwar kann der Band eine Biografie über den Menschenrechtsaktivisten und Theologen nicht ersetzen, wie Kröger schreibt, eine facettenreiche Annäherung an Lepsius und sein Umfeld ergeben die Beiträge für den Rezensenten aber schon. Über christliche Ethik und humanitäre Positionen im Kaiserreich lernt der Rezensent von Ulrich Sieg, über den politisch wirkenden Lepsius von M. Rainer Lepsius, und über die konkreten Hilfsleistungen von Lepsius' "Armenischem Hilfswerk" erfährt er gleich von mehreren Autoren.
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