Als die Pegida-Aufmärsche beginnen, geht auch Robert Koall auf die Straße. Er ist bei Pegida, er ist bei den Gegendemonstranten. Er ist überall in Dresden, wo plötzlich seltsame Widersprüche aufeinanderprallen. Weshalb gerade in Dresden? Woher die dumpfen Ressentiments, die hier plötzlich jede alltägliche Begegnung vergiften? Robert Koalls Beobachtungen zeigen eine Gesellschaft, die innerhalb weniger Montagsdemos die Orientierung zu verlieren droht.
Bereits im vergangenen Winter, als Pegida in Dresden Aufwind bekam, wusste Dirk Knipphals die kurzen, auf Facebook veröffentlichten Einschätzungen und Beobachtungen von Robert Koall, Dramaturg am Dresdner Schauspielhaus, als stete Kommentarreihe zu schätzen. Nun hat der Hanser Verlag die Wortmeldungen in einem bündigen E-Book zusammengestellt: Ein Gewinn für die hiesige Debattenkultur, meint der Rezensent, denn während sich viele Politiker mit Phrasen, man müsse Pegida auch verstehen, verdächtig machten, die rechten Position der Demonstrationen zu relativieren, arbeitet Koall einem Verstehen im besten Sinn von "Komplexität erfassen" entgegen. Koalls Beobachtungen sind "besonders scharf", zumal auch, da sie die Gegenseite nicht außen vor lassen. Das Resultat der Lektüre: Das Phänomen Pegida wird in seiner Vielschichtigkeit greifbarer und als Leser wird man klüger, schreibt der dankbare Kritiker.
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