Petra Köpping

Integriert doch erst mal uns!

Eine Streitschrift für den Osten
Cover: Integriert doch erst mal uns!
Ch. Links Verlag, Berlin 2018
ISBN 9783962890094
Kartoniert, 180 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping suchte am Rande der Pegida-Demonstrationen in Dresden das Gespräch mit Teilnehmern und hörte dort wiederholt den Satz: "Integriert doch erst mal uns!" Er kam von Ostdeutschen, die nach den wirtschaftlichen Verwerfungen infolge der deutschen Einheit nicht wieder auf die Beine gekommen sind und sich über zahlreiche Ungerechtigkeiten der Nachwendezeit beklagten. Dies nahm sie zum Anlass, in vielen Orten das Gespräch zu suchen, um die Probleme genauer zu erfahren. Entstanden ist danach eine Streitschrift, in der sie offen die bis heute ungeklärten Probleme thematisiert: die verheerende Politik der Treuhand, den Wegfall von Betriebsrenten, die Besetzung der meisten Schlüsselpositionen im Osten durch Westdeutsche. Zeit für einen anderen Umgang mit dem Osten!

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.09.2018

Anja Maier schätzt an Petra Köppings Versuch, die ostdeutsche Seele zu verstehen, die Sachkenntnis der Autorin. Was die SPD-Politikerin auf Sachsens Straßen und Plätzen an Bürgermeinungen gesammelt hat und hier aufschreibt, offenbart Maier die unbewältigten Demütigungen und Ungerechtigkeiten der Nachwendezeit und die gestörte Ost-West-Beziehung. Wenn die Autorin sich um Erklärungen und Heilungspläne bemüht, zugleich aber daran erinnert, dass sich mit keiner schlechten Erfahrung faschistische Positionen rechtfertigen lassen, weiß Maier: Dieses Buch ist ein Glücksfall.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2018

Rezensent Japser von Altenbockum wünscht dem auf ihre Rede am "Politischen Reformationstag" der SPD im Oktober 2016 zurückgehenden Buch der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping viele Leser vor allem im Westen. Dass Köpping bisweilen in Schablonen über die Fehler der Wiedervereinigung schreibt, wie der Rezensent feststellt, ändert für ihn nichts am Erfahrungsschatz der Autorin, ihrer Kenntnis von Land und Leuten und ihrer bedenkenswerten, laut Altenbockum temperamentvoll vorgetragenen These, derzufolge die Vorgänge im Osten eine "späte Reaktion" auf Transformation nach dem Mauerfall sind. Schwierig findet der Rezensent Köppings Verwendung von Begriffen wie "Wende" oder "Revolution", die seiner Meinung nach das Leben der Menschen noch lange nicht einfangen.

Beliebte Bücher

Heike Geißler. Michaela Kohlhaas - Roman . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Heike Geißler: Michaela Kohlhaas
"Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem…
Robert Seethaler. Die Straße - Roman . Claassen Verlag, Berlin, 2026.Robert Seethaler: Die Straße
Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…
Karl Ove Knausgard. Arendal - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Karl Ove Knausgard: Arendal
Aus dem Norwegischen von Paul Berf. Wo ist dein Platz im Leben? Wohin gehörst du? Wo liegen deine wahren Gefühle?Wir schreiben das Jahr 1976. Syvert Løyning ist nach einer…