Robert Kagan

Die Demokratie und ihre Feinde

Wer gestaltet die neue Weltordnung?
Cover: Die Demokratie und ihre Feinde
Siedler Verlag, München 2008
ISBN 9783886808908
Gebunden, 137 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Robert Kagan bringt die weltpolitische Situation seit dem Ende des Kalten Krieges auf den Punkt. Den demokratischen Staaten steht mit Russland, China und Iran eine wachsende Zahl nach Macht und Einfluss strebender autokratischer Regime gegenüber. Gleichzeitig werden die Werte des Westens vom Herrschaftsanspruch radikaler Islamisten bedroht. Leidenschaftlich und pointiert stellt uns Kagan vor die Alternative, entweder die Welt im Sinne unserer freiheitlich-demokratischen Vorstellungen zu formen oder uns in einer neuen Weltordnung einzurichten, die andere gestaltet haben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2008

Auf das Interesse des Rezensenten mit dem Kürzel "bbu" ist Robert Kagan mit seinem Buch schon deshalb gestoßen, weil der amerikanische Think-Tanker zu den Beratern des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain gehört. Dass Kagan sich hier als Realist und nicht als Neokonservativer präsentiert, verzeichnet der Rezensent aufmerksam, der im Übrigen nur sehr vorsichtig mit einem eigenen Urteil herausrückt. Einverstanden scheint er etwa mit Kagans Feststellung, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts die Autokratien unerwartet zurückgekehrt sind. Offenbar profitieren sie davon, dass sie - im Falle Russlands und Chinas - ein unterschätztes "nationalistisches Bedürfnis nach Weltgeltung" befriedigen. Auch dass Handel nicht unbedingt für Wandel sorgt, sieht der Rezensent bestätigt. Für optimistisch hält der Rezensent allerdings Kagans Plädoyer für einen Zusammenschluss der Demokratien in einem vagen "Konzert der Demokratien", das offenbar die "internationale Gemeinschaft" - sprich: die UNO und ihren paralysierten Sicherheitsrat - ersetzen soll. Eher negativ anzukreiden scheint der Rezensent Kagan das "Talent für wohlklingende Aphorismen".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.06.2008

Die sei das wahrscheinlich "Beste und Klügste", was man aus amerikanischer Hardliner-Sicht zum gegenwärtigen Zustand der Welt sagen könne, schreibt Rezensent Jan Ross über das neue Buch dieses "neokonservativen Thinktankers" und nach Francis Fukuyama und Samuel Huntington aus Rezensentensicht "drittberühmtesten Großdeuters der Weltpolitik". Robert Kagan ist für Ross ein "Anti-Fukuyama", da er davon ausgehe, dass die Hoffnung auf einen Sieg westlicher Ideale wie Freiheit und Demokratie nach 1989 gescheitert sei und nun andere Mächte und Werte auf dem Vormarsch seien. Und sich als gegensätzliche Systeme plötzlich Demokratie und Autokratie gegenüberstünden, die anders als früher heute wirtschaftlich hochpotent seien. Trotzdem macht der Rezensent bei Kagan auch den Schleier der Selbsttäuschung aus, was die Vormachtstellung der USA in der Welt betrifft, die der Rezensent deutlich anämischer als Kagan selbst einschätzt.
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