Das 19. war das europäische, das 20. das amerikanische Jahrhundert - und das 21. wird das asiatische Jahrhundert sein. Asien heißt heute: viereinhalb Milliarden Menschen, zwei Drittel der Megacitys unseres Planeten, zwei Drittel des weltweiten Wirtschaftswachstums, Tendenz weiter steigend. Die Verschiebung der globalen Machtverhältnisse wird die Welt verändern und, wo es nicht schon so weit ist, bald alle Bereiche unseres Lebens beeinflussen. Dennoch haben wir, wie Parag Khanna zeigt, weder eine Vorstellung davon, was das konkret für uns bedeutet, noch kennen wir überhaupt diesen riesigen, vielfältigen Kontinent, der nicht nur aus China und Japan besteht - es sind nicht zuletzt die technologisch längst führenden Länder Südostasiens, etwa Indonesien oder Singapur, von denen wesentliche Impulse ausgehen werden. Parag Khanna schildert, wie sich die Welt gegenwärtig neu ordnet und was uns im asiatischen Jahrhundert erwartet.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 20.01.2020
Martin Tschechne irritiert der Optimismus, mit dem Parag Khanna in seinem Buch den Abschied vom Westen, seinen Strategien und Mustern feiert. Dass Asien der Kontinent des 21. Jahrhunderts ist, daran lässt der Autor laut Tschechne keinen Zweifel. Die eindeutigen Stellungnahmen, das Sendungsbewusstsein und die gelegentlich aufblitzende Schadenfreude des Politikwissenschaftlers, so erläutert der Rezensent, werden im Buch gestützt durch Fakten, Daten und Schaubilder. Auch wenn Tschechne die Erläuterungen im Band nicht immer überzeugend findet und er ein Register schmerzlich vermisst, unsere "beschämende" Unkenntnis über Asien und seine Vielfalt macht das Buch für ihn doch auf kenntnisreiche wie dramaturgisch raffinierte Weise deutlich.
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