Aus dem Amerikanischen von Simone Jakob. Als sie sich auf der Baumwollplantage zum ersten Mal begegnen, ist Isaiah fünf Jahre alt, halb verdurstet und Samuel reicht ihm eine Kelle Wasser. Man hat Isaiah Vater und Mutter entrissen, Samuel kennt seine Eltern nicht. Die jungen Sklaven leben im Stall bei den Tieren, um die sie sich fortan kümmern. Samuel und Isaiah finden zueinander, doch ihre Liebe wird beargwöhnt und benutzt. Irgendwann ist die Katastrophe unvermeidbar. Robert Jones, Jr. lässt Unterdrückte und Unterdrücker erzählen: eine Geschichte von Entwurzelung und dem Kampf um Würde - und von Menschlichkeit, die dem Terror trotzt und ihre subversive Kraft entfaltet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.08.2022
Rezensent Kai Sina findet, dass es Robert Jones Jr. ruhig eine Nummer kleiner hätte angehen können mit seinem Roman über die Liebe zweier junger Sklaven auf einer Baumwollplantage in Mississippi. Dass Jones einen für den Leser anspruchsvollen multiperspektivischen, mit Rückblenden arbeitenden Ansatz verfolgt, allerhand biblische Konnotationen auffährt, wenn er die Geschichte auf ein von "Blut und Feuer" geprägtes Ende zusteuern lässt und immer sich gern pathetisch raunend an den Leser wendet, macht Sina die Lektüre nicht eben leicht. Der Kritiker konstatiert eine gewisse "poetologische Überkuratierung" und eine "Überhöhung" der Story, die der Geschichte seiner Meinung eher schaden. Die Themen Sklaverei, Blackness, Queerness und Christentum in einem Roman, das ist dem Rezensenten too much.
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