James Baldwin

Nach der Flut das Feuer

The Fire Next Time
Cover: Nach der Flut das Feuer
dtv, München 2019
ISBN 9783423281812
Einband unbekannt, 128 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Jana Pareigis. Aus dem amerikanischen Englisch von Miriam Mandelkow. Dies ist das Buch, das James Baldwin weltweit berühmt machte und auf das alle zeitgenössischen Bücher zum Thema Rassismus zurückgehen. Baldwin war zehn Jahre alt, als er zum ersten Mal Opfer weißer Polizeigewalt wurde. 30 Jahre später, 1963, brach "Nach der Flut das Feuer" ("The Fire Next Time") wie ein Inferno über die amerikanische Gesellschaft herein - und wurde sofort zum Bestseller. Baldwin rief dazu auf, dem rassistischen Albtraum, der die Weißen ebenso plage wie die Schwarzen, gemeinsam ein Ende zu setzen. Ein Ruf, der heute wieder sein ganzes provokatives Potenzial entlädt: "Die Welt ist nicht länger weiß, und sie wird nie mehr weiß sein."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 09.02.2019

Arno Widmanns Kritik liest sich mehr wie eine persönliche Reminiszenz. Baldwins Essay "Nach der Flut das Feuer" ist fünfzig Jahre alt, und damals las Widmann ihn als junger Mann und konnte sich sofort mit Baldwin identifizieren - obwohl er weder schwarz noch schwul ist. Dieser Identifikation spürt Widmann bei der neuen Lektüre nach: Sie mag damit zu tun haben, vermutet er, dass Baldwin unsere "Unschuld" versteht. Unschuld, denn die Diskriminierung der anderen hat sich in der Mehrheitsgesellschaft zur Mentalität verdichtet, die man erst erkennt, wenn man sie mit einem fremden Blick sieht. Natürlich war Widmann nicht schwul oder schwarz - aber auch fremd in der Welt der damals Erwachsenen, "die gerade die halbe Welt zerstört hatten" und "genau wussten, was richtig und falsch war". Einen genaueren Text über unsere jetzige Lage und das Amerika unter Trump werde man nicht finden, so der enthusisatische Rezensent, der auch Miriam Mandelkows kurzes und präzises Nachwort über die Frage, wie das Wort "Negro" zu übersetzen sei, in sein Lob einschließt.