Aus dem amerikanischen Englisch von Miriam Mandelkow.
Dies ist die Geschichte von Tish und Fonny, 19 und 22, und ihrem Kampf gegen die Willkür einer weißen Justiz. Der traurig-schöne Song einer jungen Liebe, voller Wut und doch voller Hoffnung. Ist das Gefängnissystem die Fortsetzung der Sklaverei unter anderen Vorzeichen? "Beale Street Blues" von James Baldwin strahlt grell in unsere Gegenwart. "Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren. Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit und von der Möglichkeit, von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben. Die Beale Street ist eine laute Straße. Es bleibt dem Leser überlassen, aus dem Schlagen der Trommeln den Sinn herauszuhören." James Baldwin
Im Zentrum: Ein Liebespaar. Drum herum: Gewalt, Kriminalität, Rache, Obsessionen, Sex, Tod und Geld. Vor allem immer wieder Geld, erklärt Rezensent Hubert Winkels, denn das Geld ist es, was Tishs Geliebten Fonny schließlich aus dem Gefängnis holt, nachdem seine und Tishs Angehörige alles Erdenkliche getan haben, um ihn zu befreien. Soweit die Handlung von "Beale Street Blues". Was diesen Roman jedoch besonders macht, so Winkels, das ist die literarisch kunstvolle Verstrickung der Handlungsstränge, aus der sich nicht selten eine ganz besondere Komik ergeben. Begeistert ist Winkels auch von der Absurdität der Ereignisse und den großartigen Dialogen, moralisch ist ihm Baldwin allerdings manchmal zu schwarz-weiß. Lob geht schließlich auch an die Übersetzerin Miriam Mandelkow.
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