Diese Studie zeigt auf, welche Folgen die Beteiligung junger Frauen an antikolonialen Befreiungskriegen im südlichen Afrika langfristig hatte. Zudem richtet sie ihren Fokus auf Bürgerkriege und Nachkriegsentwicklungen in West-, Zentral- und Ostafrika sowie am Horn von Afrika. Unterschiedliche Rollen von Frauen und Männern als Kombattant/innen, Gewaltopfer oder Flüchtlinge werden dargestellt. Gleichzeitig erhellt diese Analyse Gender-Konflikte zwischen Männern, konkret zwischen jugendlichen Guerillakämpfern, Kriegsherren und Blauhelmsoldaten. Geschlechterhierarchien werden mit anderen Macht- und Differenzkategorien wie Ethnizität und Religion in Beziehung gesetzt. Im Detail werden die Interdependenzen zwischen Geschlechterverhältnissen und historischen, sozio-ökonomischen und politischen Kriegsursachen aufgezeigt. Das Fazit lautet: Für eine nachhaltige Friedenssicherung ist es entscheidend, die Auswirkungen von Kriegen auf die Geschlechterbeziehungen zu beachten.
Rita Schäfers Studie "Frauen und Kriege in Afrika", die ein "lange verdrängtes" Thema - die Unterdrückung von Frauen in Afrika durch sexualisierte Gewalt - behandelt, hat bei Ute Scheub tiefen Eindruck hinterlassen. Die Autorin skizziere in einzelnen Kapiteln zu Ländern wie Simbabwe, Namibia, Südafrika, Angola, Mosambik, Liberia, Sierra Leone, Ruanda, Burundi Geschichte und Kolonialherrschaft, bewaffnete Konflikte und Geschlechterverhältnisse auf dem Kontinent Afrika. Neben Unterschieden in den einzelnen Ländern treten für sie auch Ähnlichkeiten vor Augen: etwa die Kontinuität von sexualisierter Gewalt durch Herrschaftseliten und in den Befreiungsbewegungen sowie das Leiden der afrikanischen Frauen und Mädchen. Scheub bescheinigt Schäfer, eine "ungeheure Fleißarbeit" geleistet zu haben. Und sie würdigt das Buch als "umfassendes Standardwerk", das die Lektüre hunderter Studien erspare.
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