Aus dem Amerikanischen von Cornelia Krutz-Arnold. Liberia ist ein aufregendes, faszinierendes Land. Aber Sarina, die mit ihren Eltern von Boston hierher gezogen ist, lebt wohl behütet in einem großen Haus mit Dienstpersonal und bekommt von der Welt draußen nicht viel mit. Sie darf sich nicht mit einheimischen Kindern treffen und muss die meiste Zeit der Mutter Gesellschaft leisten. Wenn Sarina im Garten ist, wacht Te Te, die Haushälterin, über sie. Doch eines Tages taucht Boima im Garten auf und sie verabreden sich heimlich. Der liberianische Junge, der jeden Tag auf dem Markt selbstgeflochtene Körbe verkauft, wird ihr Freund; er zeigt ihr das wirkliche Liberia, das Meer und erzählt ihr afrikanische Geschichten. Die Lage spitzt sich zu, als Boima nicht mehr auftaucht und Sarina erfährt, dass er das tödliche Gelbfieber hat...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2002
Das "Problembuch" ist in Missgunst geraten, bemerkt die Rezensentin Christina Thurner, und das aufgrund des "Voyeurismus", der sich oftmals hinter vorgetäuschter Anteilnahme und Aufklärungsabsicht verbirgt. In einer Doppelbesprechung geht die Rezensentin auf zwei amerikanische Romane ein, die eine willkommene Ausnahme dazu bilden, da sie "äußerst differenziert und erzählerisch feinfühlig" an den "Umgang mit Psychosen" herangehen, ohne den Blick ausschließlich auf die Probleme zu lenken. In Amy Bronwen Zemsers Roman "Wo der Mangobaum singt", berichtet die Rezensentin, muss die zwölfjährige Protagonistin den Panikattacken ihrer Mutter begegnen. Dies, so Thurner, tut sie so gut ihre Situation es ihr erlaubt - Mutter und Tochter wohnen im fremden Liberia, der Vater ist weit weg -, mit einer Mischung aus "altruistischer Anteilnahme und selbstischer List". Dabei gefallen der Rezensentin besonders die "differenzierte Figurenzeichnung" und die subtil entwickelte Perspektive". Bemerkenswert findet Thurner ebenfalls, dass das Buch nichts "beschönigt": weder die "kulturellen Unterschiede und die kolonialistischen Herrschaftsverhältnisse", noch das Verhalten von Kind und Eltern.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.03.2002
Die politische Situation in Liberia sei in dem dort spielenden Buch nicht zu spüren, schreibt Siegfried Wolfram. Denn die Hauptperson ist das Mädchen Sarina, die mit ihren Eltern in den 80-er Jahren nach Monrovia zieht. Dort erschließt sich ihr das Land von innen, aus Freundschaften mit Nachbarskindern, Hausangestellten und Marktfrauen. Mit großem Einfühlungsvermögen, die sich nicht zuletzt eigenen biografischen Erfahrungen verdankten, habe die Autorin über dieses Land geschrieben, lobt Wolfram. Durch ihre genaue Beobachtung gelinge es ihr, die Magie Afrikas in Worte zu fassen.
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