"Der Zustand Afrikas am Anfang des 21. Jahrhunderts ist ein einziger Verstoß gegen die Menschenwürde. Und das gilt bis auf wenige Ausnahmen für alle Länder." - Mit wenigen Worten lässt sich der Ausgangspunkt der eindringlichen Reportagen Michael Bitalas schmerzlich genau formulieren. Denn die Mehrheit der Afrikaner hat nichts zu bestimmen, wenn es um ihre eigene Zukunft geht. Trotz gewaltiger Rohstoffvorkommen und einer atemberaubenden Natur ist der Kontinent heute in vielen Gegenden wieder so unzugänglich wie vor mehr als hundert Jahren. Dabei ist die Ausbeutung der Bevölkerung durch Staatschefs und mit tätiger Mithilfe des Westens und des Ostens massiv. In seinen Reportagen, die über das Tagesaktuelle hinausreichen und dadurch mehr vom widersprüchlichen Kontinent Afrika erzählen, berichtet der SZ-Korrespondent vor allem vom Krieg, vom Irrsinn in Liberia, im Kongo oder in Norduganda, von Kindersoldaten, die ganze Dörfer in Angst und Schrecken versetzen, aber auch von Hoffnungen - jener, die der schwedische Autor Henning Mankell in Maputo verbreitet, oder jener, die manche Einwohner Nairobis im Wert des scheinbar wertlosen Mülls anderer entdeckt haben. Inmitten des Elends im Kongo überraschen behinderte Menschen wie Mampanga, die sich kein Mitleid leisten können, ihr Schicksal aber selbst in die Hand genommen haben und so zu den Stärksten geworden sind.
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