(Mit Karen Kirtley) Alma Rose entstammt dem musikalischen Adel des Wiens der Jahrhundertwende. Ihre Eltern waren Arnold Rose, Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und Leiter des berühmten Rose-Quartetts, und Justine Mahler, Schwester Gustav Mahlers; ihre Patentante war Alma Mahler-Werfel. Kein Wunder, dass aus dem hochbegabten Mädchen eine Geigenvirtuosin wurde, die mit ihren "Wiener-Walzermädeln" kreuz und quer durch Europa tourte. Nach dem "Anschluss" Österreichs musste die jüdische Familie emigrieren. Alma und ihr Vater gingen nach London. Um Geld zu verdienen, trat Alma Rose weiter in Holland auf, so lange, bis es zu spät war und sie nicht mehr nach London zurück- konnte. Im Dezember 1942 floh sie aus dem besetzten Holland, wurde in Dijon von der Gestapo verhaftet und im Juli 1943 nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Bis zu ihrem Tod im April 1944 leitete sie die Lagerkapelle, das sogenannte Mädchenorchester. Der kanadische Musikkritiker Richard Newman zeichnet ein eindrückliches Bild dieser komplexen Persönlichkeit zwischen Glamour und Tragödie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.05.2003
Von dieser Biografie der Leiterin des Mädchenorchesters von Auschwitz ist Birgit Weidinger sehr angetan. Sie betont, dass die Lebensbeschreibung von Alma Rose, die 1944 im Konzentrationslager Auschwitz an den Folgen einer Vergiftung starb, sich um "wohlbedachte Distanz" bemüht und sich dabei auf umfangreiche Recherchearbeit stützt. Der Rezensentin macht vor allem Eindruck, dass der Autor zwar auch auf "Verzerrungen und Irritationen" eingeht, die in anderen Berichten über Rose geäußert werden, wie beispielsweise in dem Buch von der Mitgefangenen Fanja Fenelon, in dem sie als "gnadenlose, herrschsüchtige Orchesterleiterin" charakterisiert wird. Doch ergreife Newman weder die Partei seiner Protagonistin, noch versuche er die schwierigen Seiten Roses zu verschweigen, lobt die Rezensentin.
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