Richard J. Evans

Das europäische Jahrhundert

Ein Kontinent im Umbruch - 1815-1914
Cover: Das europäische Jahrhundert
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2018
ISBN 9783421047335
Gebunden, 1024 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Richard Barth. "Das europäische Jahrhundert" entwirft ein außergewöhnlich facettenreiches, überraschendes und unterhaltsames Panorama des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Kontinent durchlief zwischen 1815 und 1914 eine drastische Transformation mit grundstürzenden Veränderungen in Kultur, Politik und Technik. Was in einer Dekade als modern empfunden wurde, war in der nächsten bereits veraltet. Großstädte schossen innerhalb einer Generation aus dem Boden, und neue europäische Länder gründeten sich. In der Zeit zwischen der Schlacht von Waterloo und dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs beherrschte Europa den Rest der Welt wie niemals zuvor oder je wieder danach.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2019

Richard J. Evans' "Europäisches Jahrhundert" hält dem Vergleich mit Jürgen Osterhammels bahnbrechender Studie zum 19. Jahrhundert stand, versichert die hier rezensierende Historikerin Birgit Aschmann. Auch wenn die chronologische Anordnung und der Umfang des Buches der Kritikerin einiges abverlangen, lässt sie sich von Evans' lebendigem Erzählstil, seinen üppigen Verweisen auf Zeitzeugen wie Balzac, Dickens oder Dostojewski und seiner lockeren Mischung aus Anekdoten und politischem Hintergrund gern durch das Jahrhundert führen. Dass der Autor nicht nur verschiedene methodische Zugänge wählt, sondern den geografischen Fokus auch auf Ost- und Nord-, Süd- und Südosteuropa ausweitet, verbucht die Rezensentin ebenfalls als Gewinn. Auch wenn das 19. Jahrhundert als das bürgerliche Jahrhundert galt, scheint ihr Evans' umfangreiches Interesse für Bauern und Arbeiter mit Blick auf die Verteilung der Bevölkerungsgruppen klug. Während Aschmann auch jene Kapitel, die sich mit der Situation von Frauen im 19. Jahrhundert beschäftigen, aufmerksam gelesen hat, erscheinen ihr seine Ausführungen zur Emotionsgeschichte ein wenig simpel. Das Fehlen eines Anmerkungsapparats und das dünne Literaturverzeichnis findet Aschmann sogar ärgerlich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.11.2018

Thomas Speckmann, Redenschreiber im Finanzministerium, lernt beim Cambridger Historiker Richard J. Evans, dass Disruption nichts Neues ist. Wenn der Autor die Umbrüche in Kultur, Politik und Technik zwischen 1815 und 1914 aufzeigt, wird Speckmann ganz schwindelig, so drastisch erscheinen ihm die Transformationen. Verdienstvoll an Evans' anschaulicher Darstellung scheint dem Rezensenten, der heutigen Geschichtsvergessenheit auf die Sprünge zu helfen und die Brüche der Vergangenheit deutlich zu machen. Das von Evans erfasste Jahrhundert als eigenständigen Abschnitt europäischer Geschichte zu sehen, erscheint Speckmann nach der Lektüre gut nachvollziehbar.

Beliebte Bücher

Angelika Klüssendorf. Trost - Roman . Piper Verlag, München, 2026.Angelika Klüssendorf: Trost
2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…
Szczepan Twardoch. Sehnsucht - Roman. Rowohlt Berlin Verlag, Berlin, 2026.Szczepan Twardoch: Sehnsucht
Aus dem Polnischen von Olaf Kühl. Erwin Piontek, Bergmann im Ruhestand, geht seinen Lebenstraum - eine Weltumseglung - bescheiden an: im Boot auf einem Stausee. Doch während…
Christine Wunnicke. Wachs - Roman. Berenberg Verlag, Berlin, 2025.Christine Wunnicke: Wachs
Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…
Petra Morsbach. Orion - Roman . Penguin Verlag, München, 2026.Petra Morsbach: Orion
Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…