Richard Dawkins
Das große Buch der Evolution
Eine neue Sicht auf die Entwicklung des Lebens

Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2025
ISBN 9783455020731
Gebunden, 464 Seiten, 39,00 EUR
ISBN 9783455020731
Gebunden, 464 Seiten, 39,00 EUR
Klappentext
Mit zahlreichen Illustrationen. Richard Dawkins eröffnet uns einen Blick auf die Evolution und das Leben. Jeder lebende Organismus kann wie ein Buch seiner Vergangenheit gelesen werden: Das Verhalten, die Erscheinung und die Genetik eines Lebewesens geben nicht nur Auskunft über dessen Vorfahren, sondern auch über die Welt, in der diese lebten. Die Tiere und Pflanzen um uns herum werden zum Fenster in längst vergangene Zeiten unseres Planeten. Mit unzähligen Beispielen aus dem Reich der Biologie lässt Dawkins uns staunen - über die Wunder des Lebens und der Wissenschaft, die all das zu entschlüsseln vermag.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2025
Kritisch, aber nicht ungnädig blickt Rezensentin Manuela Lenzen auf Richard Dawkins neues Evolutions-Buch. Es geht darin anhand zahlreicher Beispiele um die Geschichten, die uns jede Äußerlichkeit, jede Verhaltensweise, "jedes Fitzelchen" (Dawkins) eines Tiers oder Lebewesens über seine evolutionäre Vergangenheit erzählen kann: aus der Bewegung von Delfinen lasse sich ableiten, dass ihre Vorfahren schon einmal auf dem Land gelebt haben, abschreckende Augenmuster auf Schmetterlingsflügeln lassen auf die Existenz gefährlicher Wesen mit Augen schließen und so weiter. "Jedes Fitzelchen", das sei für Dawkins dabei aber eigentlich nur eines: nämlich die Gene, die sich unaufhaltsam durch die Zeit fortsetzen und an denen allein alles ablesbar ist - das ist als Ansatz in der Biologie mindestens infrage gestellt, zum Teil sogar schon verworfen worden, wie Lenzen mit Verweis auf die "postgenomische Biologie", auf Philipp Ball oder auf Barbara McClintock betont wissen will. Dass Dawkins diese Sichtweisen als "rundheraus falsch" erklärt, ist für die Kritikerin Grund zur Vorsicht; als ein passioniert und unterhaltsam geschriebenes und toll illustriertes kann sie das Buch trotzdem anerkennen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 08.11.2025
Recht offen bleibt Rezensent Michael Lange in seiner Besprechung von Richard Dawkins' neuem Buch. Nachdem dieser bereits 1976 mit seinem - auch heute noch als wichtig erachteten - Evolutionsbuch das titelgebende "egoistische Gen" in den Mittelpunkt aller evolutionären Prozesse rückte, wie Lange rekapituliert, widmet er sich nun nochmals dem gleichen Thema und präsentiert "alte wie neue" Einsichten: diesmal lege er den Fokus darauf, wie sich jegliche Vorgeschichten und Umweltbedingungen anhand von Aussehen und Verhalten, das heißt: vor allem eben wieder an den Genen, ablesen lassen. So ließen sich sogar etwa unsere Rückenschmerzen mit der Tatsache erklären, dass unsere Wirbelsäule noch zu Zeiten der vierbeinigen Fortbewegung unserer Vorfahren entstand, liest Lange. Sprachlich fällt dem Kritiker das Buch als gewohnt "zugespitzt" auf, stilistisch gehe es aber weniger "polemisch" zu als früher. Und inhaltlich beschränkt sich der Kritiker weitgehend auf die Aussage, dass das Buch wegen seines Interpretationsspielraums in Fachkreisen "reichlich Diskussionsstoff" bieten dürfte.
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