Renata Salecl

Die Tyrannei der Freiheit

Warum es eine Zumutung ist, sich anhaltend entscheiden zu müssen
Cover: Die Tyrannei der Freiheit
Karl Blessing Verlag, München 2014
ISBN 9783896675217
Gebunden, 240 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Yvonne Badal. Es ist das große Versprechen der Gegenwart schlechthin: Wir sind frei, unser eigener Herr, unseres Glückes Schmied, die Bildhauer unserer eigenen Identität. Doch die Ideologie der grenzenlosen Entscheidungsfreiheit hat gravierende Mängel. Renata Salecl legt dar, wie diese vermeintliche Freiheit zur Tyrannei wird: Zu viel Auswahl überfordert, produziert Stress, sorgt dafür, dass einmal getroffene Entscheidungen laufend hinterfragt oder ewig aufgeschoben werden. Die totale Verantwortung für das eigene Glück lastet Menschen jede Enttäuschung, jeden Missstand persönlich an, sie macht sozialen Wandel undenkbar und erzeugt einen neurotischen Menschen, der nicht in Freiheit lebt, sondern unter Zwängen leidet. In ihrem mitreißenden Essay blickt Renata Salecl mit dem Gespür einer Philosophin und dem Fokus einer Psychologin tief in die Seele der konsumkapitalistischen Gesellschaft .

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.07.2014

Nun ist es also so weit: Auch die Freiheit steht auf dem Prüfstand, zumindest in Renate Salecls neuem Buch "Die Tyrannei der Freiheit" berichtet Rezensent Edo Reents. Genau genommen meint die an der School of Economics lehrende Philosophin Salecl allerdings die "Wahlfreiheit", korrigiert der Kritiker. Er liest hier insbesondere von den psychischen Belastungen, die schon die Wahl des Essens, des Partners oder der Wohnungseinrichtung verursachen kann, fragt sich aber doch, wie die im Untertitel des Buches genannte "Zumutung" entstehen mag. Während Reents die Erklärungen über Ängste und Neurosen durchaus interessiert aufnimmt, wundert er sich im Laufe der Lektüre aber doch darüber, wie viele Trivialitäten und "küchenpsychologische" Anekdoten die Autorin einfügt. Gern hätte der Kritiker mehr über die philosophischen Aspekte der Wahlfreiheit erfahren, auch die Hirnforschung kommt ihm hier zu kurz. So ist nach der Lektüre zwar sein Interesse für das Thema geweckt, vom Buch ist er jedoch enttäuscht.
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