Nach dem Scheitern des Neoliberalismus: Die Wiederentdeckung der wahren Utopie des Adam Smith in Frankreich. So wird Nationalökonomie anschaulich: Weniger als drei Jahrzehnte vor der Revolution reist Adam Smith von Glasgow nach Frankreich. Der bekannte Professor der Moralphilosophie begleitet einen jungen schottischen Adeligen auf Bildungsreise. Sie besuchen Voltaire in Genf; in Toulouse und in Paris beobachtet Adam Smith die vorrevolutionären Reformen, begegnet Politikern, Wissenschaftlern und den Vertretern der französischen Aufklärung: den "Ökonomisten" - und nicht zuletzt den Damen der Pariser Salons, die ihn umschwärmen. Reinhard Blomert macht anschaulich erzählend sichtbar: Das legendäre Hauptwerk des Begründers der klassischen Nationalökonomie, "Der Wohlstand der Nationen", 1776 erschienen, verdankt sich Adam Smiths Reise nach Frankreich.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2013
Nach der vom Autor angekündigten Korrektur des bisherigen Wissensstandes über Adam Smith sucht Caspar Hirschi in diesem Buch vergeblich. Am besten solle man Smith ruhen lassen, meint Hirschi zerknirscht, und gar nicht erst den Versuch unternehmen, ihn gegen falsche Freunde oder echte Feinde in Schutz zu nehmen, wie es der Soziologe Reinhard Blomert hier macht bzw. unterlässt. Denn: Anstatt sein ambitiöses Programm umzusetzen und das verzerrte Bild des Ökonomen anhand weniger dazu geeigneter Quellen zu glätten, schweift der Autor zum Unmut des Rezensenten vor allem ab. Anekdotisches über Smiths Leben, über Troubadoure und Katharer und den Papst in Toulouse wollte er eigentlich nicht lesen. Was der Autor an Witschaftstheorie im hinteren Teil des Buches nachschiebt, macht Hirschi dann allerdings auch nicht froh (siehe oben).
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