Als in dem kleinen Nest Notre-Dame am See der Krämer Felix Ducharme das Zeitliche segnet, sieht sich die Dorfgemeinschaft plötzlich ihres weltlichen Dreh- und Angelpunkts beraubt. Alle Augen sind nun argwöhnisch auf seine Witwe Marie gerichtet: Ist sie in der Lage, den Gemischtwarenladen allein weiterzuführen und den Dörflern dadurch auch das so unentbehrliche Tor zur Welt zu sein? Eine Frau, und noch dazu eine Zugezogene? Tatkräftig beginnt Marie, nicht nur den verschrobenen Hinterwäldlern die Zweifel auszutreiben, sondern auch sich selbst?
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 24.11.2007
"Skrupulös, detailreich und mit feinem Gespür für Atmosphären" findet Rezensent Frank Schäfer die auf mehrere Bände angelegte Comic-Reihe "Das Nest" des Autorenduos Regis Loisel und Jean-Louis Tripp. Sie evozieren darin kanadisches Dorleben in den zwanziger Jahren in der Provinz Quebec, und sie lassen sich, wie Schäfer schreibt, Zeit "beim Auspinseln des Dorfsoziotops". Auch wenn das manchmal ein wenig "betulich" auf den Rezensenten wirkte, wurde ihm dennoch recht wohlig durch die "Wärme" dieser Geschichte. Doch angesichts der zunehmenden Anzahl historischer Comics, die sich realistischen Interieurs, plastischen Charakteren und sozialgeschichtlicher Korrektheit verschrieben haben, ist Rezensent Schäfer in seiner Sammelbesprechung allerdings versucht, von einem neuem Retro-Trend zu sprechen.
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