Rayk Wieland

Kein Feuer, das nicht brennt

Roman
Cover: Kein Feuer, das nicht brennt
Antje Kunstmann Verlag, München 2012
ISBN 9783888977480
Gebunden, 157 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

Eigentlich ist an allem die amerikanische Touristin Betty S. schuld. Statt zu einer Berghütte am Diamond Mountain in North Carolina zu reisen, landet sie auf einem Parkplatz in Nordkorea und kippt dort tot um. Für Betty S. ist damit die Geschichte schon wieder zu Ende. Für den Berliner W. dagegen nimmt sein Leben mit Bettys schnödem Dahinscheiden eine radikale Wendung. W., geboren in der ehemaligen DDR, hat seine Heimat noch nie verlassen. Was seinem beruflichen Wirken - W. ist Reisejournalist - keinen Abbruch tut. Bis zu dem Tag, an dem alles auffliegt, weil die diplomatische Vertretung Nordkoreas einen seiner Artikel beanstandet. Von da an nehmen die Turbulenzen in Ws bislang beschaulichem Leben kein Ende mehr. Ihm wird gekündigt, er ergraut von heute auf morgen und begibt sich zum ersten Mal in seinem Leben auf eine Reise zu einer - wie kann es anders sein - großen Mauer, die ihn auch zu Feuern führt, die nicht brennen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.06.2012

Rayk Wieland, Fernsehjournalist und Titanic-Autor, erzählt in diesem Roman, wie Meike Fessmann berichtet, von einem Mann, der sich strikt weigert, Freude und Freiheit des Reisens zu erleben. Er bleibt in seiner Wohnung, bewegt sich nicht mal von Ost- nach West-Berlin und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit erfundenen Reisereportagen. Wielands Spott gilt dabei Pauschaltouristen wie Individualreisenden gleichermaßen, stellt Fessmann klar, die sich das über lange Strecken gern gefallen ließ. Doch während bei ihr am Anfang noch die Sympathie für den "Verteidiger der Sesshaftigkeit" überwiegt, verliert Fessmann zum Ende hin ein wenig die Lust an diesem Buch, dem sie "Witzelsucht" und Vorhersehbarkeit ankreidet. Und schließlich fragt sie sich fast schon etwas böse, ob der Roman nicht weniger vom Reisen als von den Schwierigkeiten zu schreiben zeugt.
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