In der Pizzeria Da Mario im Bahnhof einer Kleinstadt, die vom Mittagstisch für Fahrschüler und wenige Durchreisende lebt und abends nach 20 Uhr eins der wenigen Lokale vor Ort ist, die noch geöffnet haben, taucht eines Tages ein Herr Korn auf. Er ist Antiquitätenhändler und bewohnt am Stadtrand ein luxuriöses Haus. Bald kommt er regelmäßig, und zwischen ihm und dem italienischen Wirt entwickelt sich eine gewisse Vertrautheit. Und dann taucht Sylvia Wolken auf, zwei Rollkoffer hinter sich herziehend, und Herr Korn und Frau Wolken kommen ins Gespräch … Es entspinnt sich eine funkelnde Situation aus Andeutung und Geheimnis, Anziehung und Rückzug. Züge kommen an und fahren ab, und die zwei Gäste geraten in die funkelnde Stimmung einer Zwischenstation. Dialogisch geschrieben, war dieser Text fürs Theater gedacht und hatte 2002 in Winterthur seine Uraufführung. Er liegt jetzt erstmalig als Buch vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.07.2015
So wie Gerd Fuchs den Bahnhof in seiner Novelle inszeniert, als stillgelegten Ort mit begrenztem Ausblick auf die Welt, als Kulisse für eine surreale Romanze, gefällt er Christoph Schröder. Sprachlich etwas altmodisch, aber dies bewusst ausstellend und fein ausbalanciert, wie Schröder meint, und mit subtilem Humor, führt der Text den Rezensenten in sein melancholisches Zentrum, zu einem einsamen Erzähler.
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