Wie in einem Paradiesgarten durchstreifen Tiere Rilkes Werk. Da tritt das fabelhafte Einhorn hervor, Delphine springen, Flamingos neigen ihr Haupt, Löwen brüllen, Schwäne gleiten. Hunde allerlei Art schmücken Landgüter oder verwildern in Städten. Der Dichter dreht gestürzte Marienkäfer auf der Fensterbank um, damit sie weiterleben können, und erfährt im Vogelflug seine Idee des "Weltinnenraums". Auch wenn die Sphäre der Engel unzugänglich bleibt, geben Tiere doch Zeichen einer geheimen All-Verbundenheit der Wesen. Sie werden zu Lebenskomplizen, Echos der Seele. Die Anthologie versammelt Gedichte und Prosatexte aus Rilkes Werken, ergänzt durch ausgesuchte Tierbilder und abgerundet mit einem kundigen Nachwort der Herausgeber.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2025
Rezensent Jürgen Kaube empfiehlt den von Manfred Koch herausgegebenen Band über Rilkes Tiere als Weihnachtsgeschenk. Schön bebildert und mit Tiefe, findet er. Denn das Buch bildet für ihn nicht nur eine "Stoffsammlung", sondern führt direkt ins Herz von Rilkes Gedichten und seiner Poesie, in denen Tiere genau und doch auch sehr poetisch wiedergegeben werden - als Wesen ohne Bewusstsein vom Tod etwa, wie Kaube erklärt.
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