Aus dem Spanischen von Mayela Gerhardt. In einem kleinen Dorf in Südamerika, zwischen Dschungel und Pazifischem Ozean, leben Reiche und Arme, Weiße und Schwarze getrennt voneinander. Das Leben ist bestimmt von heftigen Naturgewalten und rauer Einsamkeit. Hier spielt die Geschichte von Damaris, einer schwarzen Frau in den Vierzigern, die seit vielen Jahren mit Rogelio zusammen lebt. Ihre Beziehung wird beherrscht von dem Wunsch nach einem gemeinsamen Kind. Als das Paar die Hoffnung längst aufgegeben hat, erhält Damaris die Chance, einen Hundewelpen zu adoptieren. Diese neue Bindung wird zu einer existenziellen Erfahrung, die alles andere in Damaris Leben in den Schatten stellt.
Rezensent Ruthard Stäblein erkennt in der Geschichte über eine geächtete kinderlose Frau in einer kolumbianischen Dorfgemeinschaft von Pilar Quintana Allgemeingültiges. Es geht um Armut, Mentalitäten und das Animalische im Menschen, wie Stäblein erläutert. Als Parabel auf die Bedrohung der Humanität durch Gewalt und Verarmung überzeugt das Buch Stäblein nicht zuletzt durch eine reduzierte Sprache, die bei der Beschreibung der übermächtigen Natur bildhafter wird, wie Stäblein feststellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.2020
Berührt hat Kathleen Hildebrand diesen Roman der kolumbianischen Autorin Pilar Quintana gelesen, die darin vielschichtig von Liebe und Frauen erzählt. Im Mittelpunkt steht die kinderlose Damaris, die sich mit vierzig einen kleinen Hund anschafft, um überschüssige Gefühle zu kompensieren. Sie überschüttet das Tier mit Zuneigung, bis es wegläuft und trächtig aus dem Dschungel zurückkehrt. Subtil, findet die Rezensentin, zumal Hündin natürlich auch im Spanischen ein Schimpfwort für Frauen sei.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.09.2020
Dirk Fuhrig hält Pilar Quintana schon jetzt für eine der kraftvollsten neuen Stimmen Lateinamerikas. Quintanas Debütroman nennt er einen "tieftraurigen Text", der den Leser tief in die "seelische Leere" seiner Protagonistin führt. Scheinbar mitleidlos und lakonisch erzählt die Autorin laut Fuhrig von einer Frau an der kolumbischen Pazifikküste, die keine Kinder bekommen kann und an ihrem Außenseitertum zerbricht. Daneben geht es um unüberwindliche soziale Schranken, ein unerbittliches Klima und Gewalt. All das schildert die Autorin mit intimer Kenntnis, distanziert und andeutungsreich, lobt Fuhrig.
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