Aus dem Spanischen von Marianne Gareis. "Ich wuchs in einer marxistischen Kommune in Bogota auf. Doch die Träume von der Revolution platzten, nicht zuletzt wegen amouröser Verstrickungen. Das Leben draußen auf der Straße lockte mit Salsa, Mädchen und kleineren Überfällen. Irgendwann wagten wir uns an größere Geschäfte. Aber die Drogenmafia kennt keine Gnade, und als immer mehr meiner Freunde getötet wurden oder verschwanden, mußte auch ich fliehen. Damit begann meine Wanderschaft durch Kolumbien, auf der ich philosophierenden Drogenhändlern, geschäftstüchtigen Marionettenspielern und freundlichen Mördern begegnet bin. Genausowenig wie ich die Frauen verstehe, die mir immer nur Unglück bringen, begreife ich, wie dieses Land funktioniert, wer auf welcher Seite steht und wo mein Platz ist."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2012
Florian Borchmeyer warnt vor: Die 35 Toten des Titels sind eine heillose Übertreibung. Die Leser dieses Romans über den jahrzehntelangen Bürgerkrieg in Kolumbien müssen sich auf einiges mehr gefasst machen. Doch Rezensent Borchmeyer hat sich mitreißen lassen, in epischer Breite erzählt Sergio Alvarez vom ewigen Kampf um die Macht, den Konservative und Liberale in Kolumbien nicht an den Wahlurnen ausfechten, sondern im Dschungel, mit Guerilla-Truppen, Paramilitärs, Armee und den Heere der Drogenbarone. Dass die Reaktion der Bevölkerung auf diesen unaufhörlichen Gewaltzyklus und ihre einzige Überlebenstechnik in einer geradezu barocken Lebenslust besteht, haut Borchmeyer um, der "Kraft und Intelligenz" dieses Romans preist, der höchstens in manchem Detail etwas unfertig wirke.
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