Aus dem kolumbianischen Spanisch von Susanna Mende. Reina und Marlon haben die Nase voll vom Elend in Medellin. Mithilfe der zwielichtigen Agentur "Paraiso Travel" wollen sie den amerikanischen Traum, den "sueno gringo", verwirklichen und sich im gelobten Land eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Doch kaum sind die beiden in New York angelangt, verirrt sich Marlon im Labyrinth der Straßen und wird von der anonymen Großstadt verschluckt. Auf der Suche nach seiner großen Liebe Reina lernt er die Kehrseite des amerikanischen Traums kennen: die illegalen Einwanderer und ihren Balanceakt zwischen Erfolg und Scheitern. Nur die verzweifelte Hoffnung, Reina eines Tages wiederzufinden, bewahrt ihn davor aufzugeben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2005
In seinem Heimatland Kolumbien ist Jorge Francos Roman "Paraiso Travel", worin der Autor das harte Leben illegaler kolumbianischer Einwanderer in den USA schildert, ein "Klassiker", weiß Knut Henkel. Das Buch erzählt die Geschichte von Marlon Cruz und seiner Freundin Reina, die von der Schleuseragentur "Paraiso Travel" illegal in die USA gebracht werden und sich dort aus den Augen verlieren, fasst der Rezensent zusammen. Henkel informiert, dass der Autor für seinen Roman zwei Monate in Amerika recherchiert hat und sich die Lebensbedingungen der sich dort illegal aufhaltenden Latinos genau angeschaut hat. Francos Werk habe sich der von "Perspektivlosigkeit geprägten kolumbianischen Realität" verschrieben, was ihm nicht nur den "Respekt" von Gabriel Garcia Marquez, sondern auch große Popularität in Kolumbien eingebracht habe, so der Rezensent anerkennend. Franco schildert sehr "eindringlich" eine "wenig bekannte" Seite kolumbianischen Elends im Ausland, lobt Henkel beeindruckt.
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