Pierre Rosanvallon

Das Jahrhundert des Populismus

Geschichte - Theorie - Kritik
Cover: Das Jahrhundert des Populismus
Hamburger Edition, Hamburg 2020
ISBN 9783868543476
Gebunden, 266 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt. Der bekannte Historiker Pierre Rosanvallon entwirft eine bisher noch fehlende kohärente Theorie des Populismus . Er untersucht seine Attraktivität als Lösung für gegenwärtige Probleme, entfaltet seine Geschichte und unterzieht ihn einer gründlichen Kritik. Daraus resultierend skizziert er einen Alternativvorschlag für eine verallgemeinerte Volkssouveränität, die die Demokratie bereichert, anstatt sie zu vereinfachen und zu polarisieren: eine vitale Demokratie, die sich ständig selbst be- und hinterfragt. Denn nur durch permanente Anstrengung und Transparenz kann das populistische Projekt seine Attraktivität verlieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.12.2020

Rezensent Günther Nonnenmacher findet das Buch des Politologen Pierre Rosanvallon zum Thema Populismus verdienstvoll, aber nicht erschöpfend. Die drei "handlich" organisiertenTeile des Buches bewertet der Rezensent unterschiedlich. Am besten gefällt ihm Rosanvallons den Auftakt des Buches bildende Analyse von "Schlüsselelementen" des Populismus. Deutlich wird für ihn, dass bei rechtem und linkem Populismus dieselben Elemente wirken. Der zweite Teil mit Beispielen von Trump bis Le Pen scheint ihm als Ergänzung zu fungieren. Die abschließenden Vorschläge des Autors zum Umgang mit Populisten scheinen Nonnenmacher allzu skizzenhaft. Dass die katalysierende Wirkung sozialer Netzwerke auf populistische Strukturen vom Autor nicht diskutiert wird, empfindet Nonnenmacher als Manko.
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Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.11.2020

Rezensent Marko Martin schätzt die besonnene Stimme des französischen Historikers Pierre Rosanvallon. Ursachen, Geschichte und Wirkung des Populismus setzt ihm der Autor auseinander, ohne dabei auch nur an einen "Betriebsunfall der Demokratie" zu denken, aber auch ohne Polemik. Streng im Aufbau, verständlich im Stil erinnert der Autor stattdessen an fast vergessene Populisten wie Mussolini und Perón und warnt freundlich vor Einäugigkeit und dem Rückzug auf die eigene Aufgeklärtheit, erklärt Martin. Ein Allheilmittel hat der Autor nicht, gibt er zu.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 12.09.2020

Wolf Lepenies lernt das Jahrhundert des Populismus kennen mit dem Buch des Historikers Pierre Rosanvallon. Dass der Autor den Populismus als politisches Angebot Ernst nimmt, erscheint Lepenies sinnvoll. Der Annäherung des Autors an das Phänomen folgend erfährt Lepenies Wissenswertes über Volk, direkte Demokratie (und ihre Grenzen), Repräsentation, Nationalprotektionismus, Leidenschaften, die "Hau-Ab-Mentalität" populistischer Bewegungen und wieso die Gilets Jaunes keine "Klassenbewegung im soziologischen Sinn" waren. Die Reformvorschläge des Autors im Hinblick auf die Herausforderung des Populismus scheinen Lepenies allerdings eher wie schlagwortartige Appelle.