Philippe Jaccottet

Sonnenflecken, Schattenflecken

Cover: Sonnenflecken, Schattenflecken
Carl Hanser Verlag, München 2015
ISBN 9783446247697
Paperback, 272 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. Philippe Jaccottet ist eine der großen Stimmen der europäischen Poesie und 2014 durch die Aufnahme in die Bibliothèque de la Pléiade zum Klassiker geworden. "Sonnenflecken, Schattenflecken" umfasst Aufzeichnungen aus der gesamten Zeit seines Schaffens, von den Anfängen im Frankreich der 1950er Jahre bis in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts: poetische Fragmente im Sinne der Romantiker, Naturbeobachtungen, Reflexionen zum eigenen Leben, zu Literatur, Malerei und Musik. Es sind Texte, die dieses Lebenswerk wunderbar zusammenfassen - das Selbstporträt eines großen Dichters in seiner Zeit.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.08.2015

Als sprachlich geschliffenes, doch nie poliertes Abbild einer poetischen Existenz liest Hans-Jost Weyandt Philippe Jaccottets Sammlung von Landschaftsminiaturen à la Ponge, Gedanken, Erfahrungen, Eindrücken und Reflexionen über Literatur, Malerei und Musik aus sechs Jahrzehnten. Einmal mehr berückt den Rezensenten die verhaltene Sprachkunst des 89-jährigen Autors, in der sich für Weyandt mediterrane Weite und Licht zu einem Lebensroman verdichten. Ein Buch für mehr als einen Sommer, meint er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.08.2015

Der Dichter Philippe Jaccottet ist noch einmal seine Notizbüchlein der vergangenen gut fünfzig Jahre durchgegangen und hat noch einiges gefunden, was er der Veröffentlich lohnend empfand, berichtet Andreas Isenschmid. Zum Glück, findet der Rezensent, denn der Jaccottet, den es in "Sonnenflecken, Schattenflecken" zu entdecken gibt, ist ein ganz anderer als man ihn kennt. Es gebe selbstredend auch empfindsame, lichte Naturbetrachtungen, allerdings schleicht sich der Tod in den späteren Einträgen immer häufiger ins Bild, erklärt Isenschmid, und die Momente intensiver Schönheit stehen in immer größerem Kontrast zu den melancholischeren Passagen des Buches. Elisabeth Edl und Wolfgang Matz schließlich haben diese Texte wieder gewohnt genial übersetzt, lobt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2015

Peter Hamm singt eine Hymne auf Philippe Jaccottet, dessen stilles und "filigranes" Werk ihm als Hoffnungsschimmer zeitgenössischer Poesie gilt. Dass der Schweizer Dichter nun mit einer seine unveröffentlichten Notate aus den Jahren 1952 bis 2005 enthaltenden Pleiade-Ausgabe geadelt wird, stimmt den Kritiker geradezu glückselig. Und so gibt sich Hamm gänzlich Jaccottets Kunst der Anschauung hin, lernt in dessen Werk alle Facetten des Lichtes kennen, bewundert das aufmerksame Innehalten des Lyrikers, der nie eskapisch oder gezwungen erscheint und kommt nicht umhin, den Dichter mit Cezanne oder Giorgio Morandi zu vergleichen. In den von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz virtuos übersetzten Impressionen, Rand- und Reisenotizen, Prosa- und Versfragmenten erlebt der Rezensent darüber hinaus nicht nur einen außergewöhnlich belesenen Lyriker, sondern erhält auch intime Einblicke in Jaccottets Selbstzweifel.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.06.2015

Als vielleicht "leisesten unter Europas Gegenwartsdichtern" rühmt Rezensent Joseph Hanimann Philippe Jaccottet, dessen bisher unveröffentlichten Aufzeichnungen aus den Jahren 1952 bis 2005 nun als Pleiade-Ausgabe erschienen sind. Angetan lauscht der Kritiker den Tönen des Schweizer Lyrikers, der in den brillant übersetzten Notaten Einblicke in über sechzig Jahre Lesen, Schreiben, Wahrnehmen gewährt. Hanimann schwelgt in den Landschafts- und Bildbetrachtungen, etwa zu Giorgio Morandis "Der Pilger und seine Schale", verliert sich in poetischen "Meditationsstenogrammen" und Lektüre-Notizen zu Yves Bonnefoy oder Ossip Mandelstam und amüsiert sich nicht zuletzt über geringschätzige Urteile, etwa zu Albert Camus oder Andre Gide, die ihm als "Sprachfrömmler" erscheinen. In Jaccottets Schriften fällt nicht ein Wort zuviel, schwärmt der Kritiker.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.05.2015

Eberhard Geisler sucht mit Philippe Jaccottet nach dem einfachen Ausdruck für das Schöne. Wie der Autor sich in dieser Notizensammlung in Reflexionen, Traumaufzeichnungen, Lektüre- und Reiseeindrücken und Gedichten der Möglichkeit der genauen Beobachtung und der treffenden Beschreibung annähert, hat Geisler imponiert. Auch wenn der Autor hier weniger seine typischen Naturbeschreibungen präsentiert, sondern eher zum Haiku greift, um sein Ziel zu erreichen, immer sind Detail und Tiefe für Geisler das Ergebnis: "so viel Gegenwart, so viel Innerlichkeit in so viel Abgrund."
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