Aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke. Zum ersten Mal seit einer deutschen Gesamtausgabe seiner Werke im Jahr 1851 erscheint erneut eine umfangreiche Auswahl aus dem Oeuvre des geheimnisvollsten und neben Bellman bedeutendsten älteren schwedischen Lyrikers. Klaus-Jürgen Liedtke legt eine Reihe von Stagnelius' berühmtesten "Lyrischen Gedichte und Elegien" in gebundenen wie freien Versformen, vor allem antiken Versmaßen wie dem elegischen Distichon, in zeitgenössischen Übertragungen vor. In Schweden gilt Stagnelius, der nur 29 Jahre alt geworden ist, heute als Verkörperung eines Lebens voller Ausschweifungen und Armut, seine Dichtung in ihrer erotischen Glut und zugleich ihrem gnostischen Mystizismus als Inbegriff frühvollendeten romantischen Künstlertums. Der Band enthält Texte von Klaus-Jürgen Liedtke und Anders Olsson, die in das Werk des Dichters einführen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 30.06.2014
Die von Klaus-Jürgen Liedtke laut Thomas Steinfeld auf gelungene Weise für diesen Band übertragenen Gedichte des schwedischen Dichters Erik Johan Stagnelius üben auf den Rezensenten einen ganz eigenen Reiz aus. Dass der einst schon so gut wie vergessene Autor von Fredrik Böök wiederentdeckt wurde, erscheint Steinfeld als gerechtfertigt. Für ihn nämlich besitzt Stagnelius als Lyriker beachtliche Größe. Nachzulesen laut Rezensent in dieser chronologisch angelegten Werkauswahl mit knapp 30 Gedichten. Welche Bandbreite an Formen und Themen dem Autor zur Verfügung standen und wie stark sein Sinn für Flüchtigkeit gewesen sein muss, vermag Steinfeld beim Lesen zu erahnen, auch wenn er vermutet, dass sich das im schwedischen Original präziser nachempfinden lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2013
Begeistert greift Rezensent Heinrich Detering zu dieser ersten deutschen Ausgabe von Gedichten des schwedischen poete maudit Erik Johan Stagnelius seit 1851. Staunend über die Schöpferkraft des früh verstorbenen Dichters, eines Jim Morrison der Zopfperücke, wie Detering scherzt, notiert er die in den Texten enthaltenen Ingredienzien der Böse-Blumen-Lyrik des 19. Jahrhunderts: Alkohol, Sex und Todessehnsucht. Formvollendet, wie Detering schreibt, gemischt vom Autor in Oden, Sonetten, Distichen. Gelungen scheint ihm auch die klang-rhythmisch orientierte Übertragung durch Klaus-Jürgen Liedtke.
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