Besonders Lienhard Wawrzyns Einleitung zu der von ihm herausgegebenen Anthologie hat es dem Rezensenten Franz Schuh angetan. Darin erklärt Wawrzyn, dass die der Romantik anhängende "Begeisterung vom Intimen" nichts als das Resultat "anonym" gewordener "Kommunikations- und Machtverhältnisse" ist, schreibt Schuh. Danach verkörpere der Romantiker "eine Art delirierende Ohnmacht gegenüber der harten Wirklichkeit". Auf die Behauptung, die Postmoderne sei eine "neue Romantik", da auch sie die Idee der Ohnmacht beinhalte, antworte Wawrzyn allerdings, dass das Irrationale sich mittlerweile "in den Dienst" des "Alltags" stelle, anstatt gegen ihn zu protestieren. Im Gegenzug sei die heutige Zeit bevölkert von sogenannten "Romantizismen", von kitschigem Abklatsch des Intimen, der die Romantik in "billigen Verruf" hat geraten lassen. Wie weit der heutige "romantische" Diskurs unter dem ursprünglichen zurückbleibt, wie ärmlich er sich ausnimmt, das kann man, so der Rezensent, bei der Lektüre der "hervorragend ausgewählten Gedichten" dieser Anthologie nachlesen.
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