Philippe Besson

Eine italienische Liebe

Roman
Cover: Eine italienische Liebe
dtv, München 2004
ISBN 9783423244237
Taschenbuch, 177 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französsischen von Caroline Vollmann. Eine Liebesgeschichte der besonderen Art mit einem gehörigen Sinn für Absurdes und Groteskes, die leichtfüßig wie ein französischer Film von Grenzüberschreitungen der Sexualität, von Einsamkeit, vom Leben selbst erzählt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 23.11.2004

Eine zerbrechliche menage a trois vor filigranem Hintergrund ist dieses Buch von Philippe Besson, lobt Kolja Mensing. Die Dreiecksgeschichte setzt mit dem Tod des 29-jährigen Lucca ein, der von seiner eigenen Obduktion berichtet. Er wurde tot am Ufer des Arno gefunden, und nicht nur die Polizei, sondern auch seine Freundin Anna versucht, die Umstände seines Todes zu klären. Dabei stößt sie dann auf den Strichjungen Leo, mit dem Lucca zu Lebzeiten noch ins Bett gestiegen ist. In "unverschämt klaren Sätzen" schreibe der Autor über das "diffuse Gefühl der Machtlosigkeit, das einen nicht nur angesichts der Liebe und ihres plötzlichen Endes überkommen kann", meint der hingerissene Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2004

Irene Bazinger stellt den jüngsten Roman des französischen Autors Philippe Besson vor, der es in Frankreich bei seinem Erscheinen im letzten Jahr zum Bestseller gebracht hat, wie die Rezensentin mitteilt. Die Beziehung des Paares Anna und Luca wird plötzlich gestört, als sich Luca in den jungen Stricher Leo verliebt, fasst die Rezensentin die Ausgangslage zusammen. Der Roman beginnt mit dem Ende, als der ertrunkene Luca aus dem Arno geborgen wird, nachdem er heimlich eine Nacht mit Leo verbracht hat, so Bazinger weiter. Sie stellt fest, dass Besson aus dieser Dreiecksgeschichte weder ein "Rührstück" noch einen Kriminalroman gemacht hat, wenn er auch mit den Merkmalen dieser Genres "nonchalant jongliert", wie sie durchaus anerkennend konstatiert. Ziemlich befremdlich dagegen erscheint der Rezensentin, dass neben Anna und Leo auch Luca, als er längst im Arno ertrunken ist, mit "bizarrere Detailfreude" über seine Ansichten und Erlebnisse berichtet. Insgesamt erscheint der Rezensentin die Dreiecksgeschichte aber vor allem "etwas überkonstruiert" und allzu geometrisch. Der Autor "zaubert selten, er zirkelt mehr", bedauert Bazinger deshalb abschließend.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2004

Kurz, aber hart ist Barbara Villiger Heiligs Verriss dieses Romans von Philippe Bresson. Sie streicht gleich zu Anfang ihrer Kritik heraus, dass das Buch, das die Dreiecksgeschichte vom im Arno ertrunkenen Luca, seiner Freundin Anna und seinem Freund, dem Strichjungen Leo erzählt, nicht gerade zur "Vertiefung der Werkkenntnis" Bressons herausfordert. Dabei hat der 29-jährige französische Autor bereits fünf Romane vorgelegt und wird in Frankreich als "der neue Modiano" gehandelt, teilt die Rezensentin mit, die das aber keinesfalls gelten lassen will. Bresson hat lediglich ein "dünnes Kitschromänchen" produziert, in dem der tote Haupterzähler in "immer gleichem Schulbuchstil" vor sich hin plappert, so Heilig böse, die das Buch als "parfümierten Schund" niedermacht.
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