Aus dem Französischen von Ina Kronenberger. Irgendwo in Europa herrscht Krieg - seit langem schon - und er findet vor allem im Fernsehen statt. Es ist das Jahr 1978, als ein arbeitsloser Söldner, der für seinen leeren Magen und seinen alten Kumpel Moktar schon einmal gemordet hat, etwas erlebt, bei dem er fast stirbt. Gelähmt und stumm liegt er im Krankenhaus. Wie er dahin gekommen ist, weiß er nicht mehr. Bei seiner Entlassung muss er eine große Enttäuschung verkraften. Ausgerechnet Caroline, die er hätte umbringen sollen, es aber aus Liebe zu ihr nicht getan hat, lastet ihm ein grässliches Verbrechen an. Eine Satire, die unserer heutigen Mediengesellschaft den Zerrspiegel menschlicher Verrohung vorhält.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.02.2005
Jenny Hoch stellt den Debütroman des belgischen Autors Thomas Gunzig als "absurden Krimi" vor, der sich auf dem "schmalen Grad der Groteske" bewegt. Die Geschichte spielt irgendwo in Europa und entwirft das Bild eines für kommerzielle Zwecke ausgeschlachteten Krieges, erklärt die Rezensentin. Der Ich-Erzähler ist ein ausgemachtes "Scheusal, der als Söldner den Auftrag bekommt, eine Sängerin zu ermorden, fasst Hoch weiter zusammen. Gunzig schwelge in den "gröbsten, rohsten und brutalsten Metaphern, die in ihrer Überspitzung an das "französische Gruseltheater Grand Guignol" erinnerten, so Hoch fasziniert. Alles in allem ein durchaus "kühner Entwurf" für ein "monströses Sitten- und Seelenpanorama" der Mediengesellschaft, meint Hoch anerkennend, und sie weist auch auf den renommierten "Prix Rossel" hin, den Gunzig für sein Debüt eingeheimst hat. Trotzdem kann sich die Rezensentin des Gefühls nicht erwehren, dass man dieses mit "blutigen Horroreffekten" durchsetze Buch nach dem Lesen "recht schnell vergessen" haben wird.
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