Heute, 150 Jahre nach der Veröffentlichung von "On the Origin of Species", ist der Kampf um die Evolutionstheorie wieder neu entbrannt und Darwins "gefährliche Idee" steht insbesondere für Vertreter der christlichen Schöpfungslehre und ihrer wissenschaftlichen Spielart, der sogenannten "Intelligent-Design-Theorie", zur Disposition. Philip Kitcher zeichnet die Geschichte dieser Auseinandersetzung nach, die auf zunächst ungelöste Spannungen in Darwins Theorie selbst zurückgeht. Er zeigt, dass viele Argumente, die heute von Kreationisten vorgetragen werden, bereits zu Darwins Zeiten, ja sogar von Darwin selbst erwogen und verworfen wurden. "Intelligent Design", so Kitcher, ist daher keine Pseudowissenschaft, sondern eine tote Wissenschaft, die längst geklärte Fragen erneut aufwirft. Und der Streit um Darwin ist in Wahrheit nur eine Facette eines viel umfassenderen Clashs zwischen religiösem Glauben und wissenschaftlichen Entdeckungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.07.2009
Christian Schlüter hat sich mit einer Fülle von Publikationen über Charles Darwin vertieft, die anlässlich des Darwin-Jahres erschienen sind. Dem amerikanischen Wissenschaftstheoretiker Philip Kitcher geht es in seinem Buch um eine Anleitung, ohne die Tröstungen der Religion mit den Darwin'schen Lehren der Evolution leben zu lernen, und er befindet sich dabei in guter "angelsächsischer Tradition", erklärt der Rezensent mäßig gespannt. Kreationisten oder andere Verbohrte werden seine Ausführungen natürlich nicht bekehren, dafür können sich die übrigen zumindest ihrer "Aufgeklärtheit" erfreuen, so Schlüter. Davon abgesehen aber fand er gerade den Befund des Buches wesentlich fesselnder, der durchblicken lässt, dass gerade die Sinnkrise, die der Darwinismus erzeugt hat, wiederum durch die Religionen kompensiert werden.
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