Sachsen hat den Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft in den 1990er-Jahren nicht schlechter, aber auch nicht besser bewältigt als die anderen ostdeutschen Bundesländer. Der wirtschaftliche Aufstieg Sachsens zum selbst ernannten Klassenprimus in Ostdeutschland ging vor allem auf Kurt Biedenkopfs Imagepolitik zurück und wirkt lange nach. Das Bild einer Staatsregierung, die vermeintlich alles im Griff hatte, passte nicht zu dem politischen Kräftefeld, in dem sich der Freistaat gegenüber der Bundesregierung und der Treuhandanstalt bewegte. Dierk Hoffmann untersucht die Kommunikations- und Privatisierungsstrategien der Landesregierung in Dresden sowie den Aushandlungsprozess bei der Privatisierung sächsischer Betriebe. Und er zeigt, wie Biedenkopf seine neoliberalen Leitbilder dem Transformationsprozess anzupassen versuchte.
Rezensent Michael Kuhlmann nennt das Buch des Historikers Dierk Hoffmann eine etwas spröde zu lesende "regionalhistorische Spezialistenlektüre" über die wirtschaftliche Wende in Sachsen. Als solche erinnert es laut Kuhlmann allerdings auch an die Umbrüche im Osten nach der Wende, zeigt noch einmal die Hilflosigkeit der politischen Akteure am Beispiel Sachsens und wie man sich selbige schön redete. Das hat einen gewissen Wert für die Gegenwart, kann der Rezensent nicht leugnen. Dass sich der Autor auf ökonomische Vorgänge beschränkt und soziale und emotionale Folgen nur am Rand behandelt, findet Kuhlmann allerdings bedauerlich.
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