Mit Texten von Ingo Hartmann und Hans Rudolf Reust. Mit 25 Farbtafeln. Thomas Struths "Paradiese" sind Naturstücke in einem thematisch engeren Sinn: Mit bis zu 2,70 x 3,40 m großen Fotografien lockt er den Betrachter in das magische Halbdunkel von Wäldern und Urwäldern, in das undurchdringliche oder auch lichte Grün von Bäumen, Buschwerk und Unterholz, von tropischen Pflanzen, wuchernder Dschungelvegetation und bemoosten Bachläufen. Die jüngsten Aufnahmen seiner "Paradies"-Serie entstanden in den letzten Jahren in China, Japan, Australien, Brasilien - und Deutschland, wo er im Bayerischen Wald fündig wurde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2002
Von wegen Urwald. Thomas Wagner ist ganz und gar nicht begeistert von diesem (teuren) Bildband. Auf keiner der 25 Farbfotografien entdeckt er auch nur ansatzweise die "verstörende Erfahrung einer rein pflanzenhaften, geistlosen Fülle" und "nicht einmal ein Tier". Stattdessen das technisch brillante Bild, das künstliche Paradies, Gewächshaus. Da ist es eigentlich gleich, ob Struth in China, Australien oder im Bayerischen Wald fotografiert, immer sieht der Betrachter bloß Oberfläche, schreibt Wagner, "keine Spur von Henri Rousseau, keine von den traurigen Tropen". Zu allem Überfluss sind auch die Begleittexte von einer Naivität und einem Utopismus geprägt, dass Wagner von "unfreiwilliger Komik" zu sprechen noch freundlich vorkommt. Kunstmarkt-Terrain sei das. "Die Wälder aber schweigen - anderswo."
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